• „Der Friede ist das höchste Gut.“

  • „Befleißigt Euch der Gerechtigkeit, die Ihr auf Erden richtet.“

  • „Man höre beide Parteien.“

DINO: „ Betroffenheit und Bestürzung“

Kuratoriumsmitglied Muhammad Salim Abdullah verstorben

Mit großer Betroffenheit und Bestürzung hat DINO, die Deutsche Initiative für den Nahen Osten, die Nachricht vom Tode des Seniordirektors des Zentralinstituts Islam-Archiv-Deutschland, Muhammad Salim Abdullah, aufgenommen. Er war 2007 der Initiative als Kuratoriumsmitglied beigetreten. Damit gehörte erstmals auch ein Vertreter der Muslime der Vereinigung an.

Der langjährige DINO-Sprecher und heutige Ehrenvorsitzende Manfred Erdenberger schreibt: „ Mit Salim Abdullah habe ich persönlich einen guten Freund verloren – und DINO ein engagiertes Mitglied . Er war ein Verfechter des politischen wie religiösen Dialogs und hat unsere Arbeit stets nach Kräften unterstützt.

Viele persönliche Begegnungen und Gespräche prägen meine Erinnerungen an ihn, herausragend darunter die Verleihungen des renommierten Tschelebi-Friedenspreises  an DINO als Gruppe,  aber auch an dessen Mitglied,  den Bethlehemer Pfarrer Dr. Mitri Raheb, an Kölns Alt-OB Fritz Schramma und den OB von Münster, Markus Lewe. Wir alle werden ihn sehr vermissen…“

Erdenberger würdigte darüber hinaus auch Abdullahs Engagement für dessen Zentralarchiv und die damit verbundene enge Kooperation mit der Universität Münster. „ Salim Abdullah hat bis zuletzt seine Rolle als überzeugter Verfechter der Information und Aufklärung über den Islam und die damit verbundene Werbung für ein Miteinander und Verständnis der unterschiedlichen Gruppierungen wahrgenommen.“

Salim Abdullah war Seniordirektor des 1927 in Berlin gegründeten Zentralinstitut Islam-Archiv-Deutschland, auf dessen Initiative 1986 in Berlin der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland gegründet worden war.
Abdullah war Mitbegründer der 1982 entstandenen Christlich-Islamischen Gesellschaft, und deren Ehrenvorsitzender. Unter dem Titel „Brückenbauer - Genese des Dialogs der Abrahamserben in Deutschland“ ist aus Anlass seines 75. Geburtstages eine Arbeitsbiographie erschienen.

Salim Abdullah war Mitglied des Islamischen Weltkongresses, gehörte lange Jahre dem Exekutivrat des Kongresses an, vertrat den Kongress bei den Vereinten Nationen und bekleidete zuletzt das Amt eines seiner Vizepräsidenten. Zusammen mit Adel Theodor Khoury ist er Herausgeber eines deutschsprachigen Korans, der heute selbst bei der Zitation in deutschen Veröffentlichungen saudi-arabischer Institutionen gebraucht wird.


Sehr geehrte Damen und Herren,

der Nahe Osten ist eine weltpolitisch gefährliche Region, die in den vergangenen Jahren noch explosiver geworden ist. Es geht nicht allein um den weiterhin gefährlichen Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Die ganze Region ist seit der Arabellion in Aufruhr. Und die Zeiten, in denen sich Deutschland nach den bitteren Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs außenpolitisch sehr weit zurück halten konnte, kommen nicht wieder. Deutschland ist gefordert, sich einzubringen. Und dies wird sowohl von der Politik wie von der Zivilgesellschaft schwierige Entscheidungen fordern.

Deutschland kann seine Rolle als bedeutendes Mitgliedsland der Europäischen Union nicht mehr herunter spielen. Wir sind und werden gefragt, Stellung zu beziehen. Wir werden nicht vermeiden können, uns mit einer Region zu beschäftigen, die auch unsere eigene Sicherheitslage gefährdet.

Schon die Zahl der nach Deutschland geflüchteten Menschen macht deutlich, wie groß die Probleme sind, die ein verantwortungsbewußtes Land wie Deutschland und seine Gesellschaft erwarten. Und die Geflüchteten werden die Widersprüche und Kontroversen, ihre gesellschaftlichen Konventionen und religiösen Überzeugungen in Deutschland nicht an der Garderobe ihres neuen Heims ablegen. Wir werden damit umgehen müssen. Die deutsche Gesellschaft muss die Situation der Menschen aus dem Nahen Osten verstehen lernen, die Geflüchteten müssen die deutsche Verfassung als Grundlage unseres Gesellschaftsvertrages akzeptieren. Zusammen ist das eine große Aufgabe.

Die deutsche Zivilgesellschaft wird sich deshalb intensiver als bisher mit dem Nahen Osten auseinander setzen müssen. Die Deutsche Initiative für den Nahen Osten (DINO) bietet dafür ein anerkanntes und überregional beachtetes Forum. Sie verbindet Information und Aufklärung über die Situation im Nahen Osten mit der Unterstützung konkreter Projekte vor Ort. Sie dringt auf Verständnis für unterschiedliche Positionen und die dafür notwendige Toleranz.

DINO lässt sich dabei von dem Ergebnis des historischen Westfälischen Friedensschlusses von 1648 leiten: Der Frieden ist das höchste Gut!

Es grüßt Sie herzlich

Jürgen Bremer
DINO-Sprecher

DINO ist Träger des Muhammad-Nafi-Tschelebi-Friedenspreises 2013.

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