PRESSEMITTEILUNG vom 31.01.2012:
„Die Uhr tickt…“
DINO mahnt Konfliktparteien
„Die Uhr tickt – und das Fenster schließt sich“. Mit diesen Worten hat der Sprecher der Deutschen Initiative (DINO) Manfred Erdenberger die Konfliktparteien im Nahen Osten zu Verhandlungen gemahnt bevor sich unkontrollierte Gewalt Bahn breche. Gleichzeitig appellierte er an das Nahostquartett und die Arabische Liga, den schwierigen Prozess zu begleiten und alle Anstrengungen zur Lösung der anhaltenden Probleme in der gesamten Region zu unternehmen. Weitere Verzögerungen hätten mit Sicherheit negative Auswirkungen auf die dringend erforderliche Aussöhnung mit der Hamas und die anstehenden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Westbank und Gaza.
Letzte Woche war eine vom Nahost-Quartett aus USA, EU, UN und Russland gesetzte Frist zur Wiederaufnahme der Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern ergebnislos abgelaufen. Insbesondere über die Forderungen der Palästinenser nach einer Zwei-Staaten-Lösung in den Grenzen von 1967 und einem israelischen Siedlungsstopp auf palästinensischem Boden gibt es nach wie vor keine Einigung mit Israel.
Vor dem Hintergrund der Reise von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zu Vermittlungsgesprächen in den Nahen Osten, bat der DINO-Sprecher Ban, wie angekündigt Israelis und Palästinenser zu ermutigen, eine ernsthafte und positive Atmosphäre zu schaffen, um bei den Verhandlungen voranzukommen.
DINO forderte auch den in die Region gereisten Außenminister Westerwelle auf, sich in Israel und Palästinenser für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch einzusetzen. Die Nahost-Initiative wirbt seit Jahren mit dem Hinweis: „Es gibt keinen anderen Weg als den der Toleranz und Verständigung für die Menschen im Nahen Osten.“
Der DINO-Sprecher zeigte sich auch nach wie vor tief beunruhigt über die unübersichtliche Lage in Syrien und die damit verbundenen blutigen Auseinandersetzungen. Seine besondere Sorge gelte dem DINO-Mitglied Patriarch Gregorios III. in Damaskus, der eine große Verantwortung für die Christen in der Region, insbesondere in Syrien und dem Libanon, trage.
Erdenberger begrüßte in diesem Zusammenhang die Äußerungen von Außenminister Westerwelle zur Lage in dem Land, Deutschland unterstütze die Arabische Liga in ihrem Bemühen um eine Beilegung der Syrien-Krise und setze sich zusammen mit seinen arabischen Partnern für eine starke Resolution des UN-Sicherheitsrates ein.
Medienpreis für DINO-Mitglied
Mit Stolz und großer Freude haben Mitglieder und Beiräte der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) die Nachricht von der bevorstehenden Verleihung des Deutschen Medienpreises 2011 an ihr Mitglied Dr. Mitri Raheb gelesen.
Manfred Erdenberger, Sprecher der Initiative, gratulierte Mitri Raheb herzlich zu dieser herausragenden Auszeichnung. Er würdigte in diesem Zusammenhang auch ausdrücklich dessen Einsatz als Gründungsmitglied und sein andauerndes Engagement in diesem Rahmen seit 2006.
Zusammen mit DINO und seiner Bethlehemer Einrichtung DIYAR hat er zahlreiche Projekte der Kooperation mit deutschen Einrichtungen und Organisationen umgesetzt. Seine Bücher spiegeln in besonderer Weise die Probleme der Menschen in Bethlehem und der Region wieder.
Der Pfarrer der Ev. Luth. Weihnachtskirche in Bethlehem wurde bereits auch mit dem Tschelebi-Friedenspreis des Islam-Institutes in Soest und dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet.
Anliegen des Deutschen Medienpreises ist es nach eigenen Angaben vor allem „Persönlichkeiten zu ehren, die leise Friedensstifter sind, und deren Wirken ohne große mediale Beachtung stattfindet, deren Taten aber herausragende Symbole der Menschlichkeit sind.“
Die Laudatio bei der Verleihung wird der frühere Bundespräsident Prof. Dr. Roman Herzog am 24. Februar in Baden-Baden halten.
Dazu hier der Wortlaut der Pressemitteilung des DMP:
Für Ihr Wirken ohne Schlagzeilen:
Deutscher Medienpreis 2011 für herausragende
Symbole der Menschlichkeit
Baden-Baden, 13.01.2012 – Mit dem Deutschen Medienpreis 2011 werden am 24. Februar 2012 vier Menschen geehrt, die keine Schlagzeilen in den Medien gemacht haben, deren Taten aber herausragende Symbole der Menschlichkeit sind. Die Laudatio wird der frühere Bundespräsident Prof. Dr. Roman Herzog halten.
Anlässlich des 20. Jubiläums des Deutschen Medienpreises setzt die Jury damit einen besonderen Akzent: Tradition des Medienpreises ist es, herausragende Persönlichkeiten, ihre außergewöhnliche Leistung, Führungsqualitäten und visionäres Wirken auszuzeichnen. Zum Jubiläum des Medienpreises wird diese Tradition durchbrochen, um Persönlichkeiten zu ehren, die leise Friedensstifter sind und deren Wirken ohne große mediale Beachtung stattfindet.
In besonderem Maße trifft dies auf Stanislaw Petrow aus Moskau zu. Der damalige Oberstleutnant der sowjetischen Armee vertraute kurz nach Mitternacht am 26.09.1983 auf sein Gefühl. Als er, verantwortlich für das Raketen-Frühwarnsystem, hintereinander und von allen Seiten auf seinen Monitoren den Start von fünf auf Russland gerichteten amerikanischen Atom-Raketen angezeigt bekam, handelte er gegen alle Vorschriften.
Petrow spürte, dass es sich um einen Fehlalarm handelte, und drückte den roten Knopf nicht. So bewahrte die einsame Entscheidung eines Menschen, den Technik und Befehlsstruktur drängten, eine hochgerüstete Welt vor ihrer Zerstörung.
Der Verhinderung von Krieg und Terror ist auch das Leben von Dr. Sakena Yacoobi gewidmet. Ihr Werkzeug sind jedoch Bildung und Wissen. Das von ihr gegründete afghanische Bildungsinstitut hat Tausenden, vom Krieg gezeichneten Menschen, insbesondere benachteiligten Mädchen und Frauen, eine Lebensperspektive geschenkt.
Inmitten von Terror und Krieg schuf Dr. Yacoobi an zahlreichen Orten Afghanistans Einrichtungen, in denen die Menschen neben schulischer Bildung auch Unterstützung und Hilfe gegen Unterdrückung und Hass bekommen. Der unermüdliche Einsatz von Dr. Yacoobi ist für viele Menschen ein Lichtstreif am Horizont der Zukunft Afghanistans.
Um die Bewahrung und Wiederherstellung von Würde geht es auch dem Arzt Dr. Denis Mukwege aus dem Kongo, der seit Jahren Tausende von Vergewaltigungsopfern in diesem unter Bürgerkrieg und Gewalt leidenden Land betreut. In einem Konflikt, in dem Massenvergewaltigung zu einer zynischen Zerstörungs- und Vertreibungsstrategie geworden ist, sorgt er sich tagein tagaus um Heilung an Körper und Seele. Mehr als nur ein Mediziner, ist er zugleich Anwalt der Menschenwürde, der gegen Stigmatisierung und Diskriminierung kämpft. Das von ihm gegründete Krankenhaus in Bukavu ist ein Ort der Hoffnung und der Humanität inmitten unvorstellbarer Inhumanität.
An einem anderen Platz der Welt schafft auch Dr. Mitri Raheb Orte der Begegnung, des Austauschs und des Dialogs: in Bethlehem, der biblischen Stadt, die jedoch kein Platz des Friedens ist. Nahe der Mauer zwischen Israelis und Palästinensern setzt sich der evangelische Pfarrer trotz vieler Rückschläge und Bedrohungen für die Verständigung von Christen, Moslems und Juden ein. Raheb hat eine ganze Infrastruktur von Schulen, Gesundheitszentren und Begegnungsstätten geschaffen, die das alltägliche Leben für die Menschen in Bethlehem leichter machen. Dr. Rahebs Wirken ist die Alternative zu Gewalt und Radikalisierung.
Bundespräsident a. D. Prof. Dr. Roman Herzog wird die Laudatio auf die vier ausgezeichneten Persönlichkeiten halten. Er begründete als Bundespräsident 1997 mit seiner berühmten, großen „Ruck“-Rede die Tradition der Berliner Reden der deutschen Staatsoberhäupter. Damals sagte Prof. Herzog an die Adresse der Deutschen: „Wir müssen Abschied nehmen von liebgewordenen Besitzständen. Alle sind angesprochen, alle müssen mitmachen.“
Media Control ehrt seit 1992 herausragende Persönlichkeiten mit dem Deutschen Medienpreis. Preisträger der vergangenen Jahre waren: Dr. Helmut Kohl, François Mitterrand, Yassir Arafat, Yitzhak Rabin, Boris Jelzin, König Hussein von Jordanien, Nelson Mandela, Bill Clinton, Gerhard Schröder, Rudolph Giuliani, Königin Silvia von Schweden, Königin Rania von Jordanien, Kofi Annan, Hillary Clinton, Bono, König Juan Carlos von Spanien, André Agassi und Steffi Graf, Seine Heiligkeit der Dalai Lama Bundeskanzlerin Angela Merkel und Sir Richard Branson.
(Quelle: Pressemitteilung des DMP vom 13.01.2012)
PRESSEMITTEILUNG vom 10.10.2011:
DINO um dbb-Chef erweitert
DINO, die Deutsche Initiative für den Nahen Osten, hat ihren Mitgliederstamm um einen prominenten Deutschen erweitert: nach langen Kontakten und wiederholter inhaltlicher und organisatorischer Unterstützung hat sich Peter Heesen, der Vorsitzende des dbb beamtenbund und tarifunion, bereiterklärt, in den Kreis der nationalen und internationalen Mitglieder aufgenommen zu werden. Heesen erklärte dazu wörtlich:
„Eintreten für Frieden und Völkerverständigung ist ein Gebot der Humanität. Unsere kriegerische Welt braucht mehr Humanität. DINO ist ein Sprachrohr für Humanität, weil hier dazu beigetragen wird, Frieden zu schaffen. Dieses Bemühen aktiv zu unterstützen, ist für mich Ehrensache“.
DINO-Sprecher Manfred Erdenberger würdigte das langjährige Engagement Heesens für die Arbeit der Initiative, zuletzt bei der Ausrichtung einer prominent besetzten gemeinsam organisierten Podiumsdiskussion in Berlin zur möglichen Aufnahme Palästinas in die Vereinten Nationen als 194. Staat.
Ohne eine solche Unterstützung sei das ehrenamtliche Engagement der jetzt 15 DINO-Mitglieder auf lange Sicht gar nicht zu leisten, so Erdenberger weiter. DINO setzt sich als überparteiliche, unabhängige und interreligiöse Organisation für Wege der Zivilgesellschaft für einen dauerhaften Frieden in Nahost ein. Sie erfährt inzwischen nationale und internationale Anerkennung für Ihre Arbeit.
Die prominenten DINO-Mitglieder sind in Deutschland und der Nahost-Region zu Hause und engagieren sich ehrenamtlich für die Initiative bei den Informationsveranstaltungen wie Podien und Symposien zum Dauerthema „Nahost“. Grundlage der Bemühungen in den fünf Jahren des Bestehen der Initiative sind die Prämissen des Westfälischen Friedens von 1648 in Münster und Osnabrück. (Mehr dazu unter www.dino-muenster.de ).
Pressemitteilung (2011.10.07) des Büros des Außenministers von Luxemburg, Jean Asselborn
(deutsche Übersetzung)
Teilnahme Jean Asselborns an einer Podiumsdiskussion über die Zukunft des Friedensprozesses im Nahen Osten am 6. Oktober 2011 in Berlin
Der stellvertretende Premierminister und Außenminister von Luxemburg, Jean Asselborn, nahm am 6. Oktober 2011 in Berlin an einer Podiumsdiskussion teil mit dem Titel "Ein Staat namens Palästina - Handeln oder Verhandeln? ".
Die Podiumsdiskussion wurde organisiert von der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) in Zusammenarbeit mit dem deutschen beamtenbund und tarifunion (dbb). Neben dem stellv. Ministerpräsident von Luxemburg nahmen der ehemalige Außenminister von Deutschland und derzeitige Bundesfraktions-vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschland (SPD), Frank-Walter Steinmeier, der Generaldelegierte der Palästinensischen Autonomiebehörde in Deutschland, Salah Abdel Schafi, sowie Elmar Brok, Europaabgeordneter und Sprecher für Auswärtige Angelegenheiten der Europäischen Volkspartei (EVP), Dr. Sylke Tempel, Chefredakteurin der Zeitschrift "Internationale Politik" und Dr. Tono Eitel, ehemaliger deutscher Botschafter bei den Vereinten Nationen .
Die Debatte wurde durch ein Grußwort von Kirsten Lühmann, Mitglied der Deutschen Sozialdemokratischen Partei und Vize-Präsidentin des dbb, sowie einleitenden Worten von Christoph Heusgen, außen- und sicherheitspolitischer Berater der Bundeskanzlerin Angela Merkel, eröffnet. Der Sprecher der DINO, Manfred Erdenberger, moderierte das Gespräch.
Die Diskussion konzentrierten sich auf die Zukunftsperspektiven des Friedensprozesses im Nahen Osten im Lichte des formellen Antrags der Palästinensischen Autonomiebehörde an den Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen zur Anerkennung eines palästinensischen Staates, sowie auf die neuen Perspektiven zu einer baldigen Wiederaufnahme von direkten Verhandlungen zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde.
Die Teilnehmer haben die verschiedenen Wege und Möglichkeiten diskutiert, um beim derzeitigen Stand der Beziehungen zwischen der Palästinensischen Autonomiebehörde und der israelischen Regierung seit der Einreichung des Antrags auf Mitgliedschaft in den UN-Sicherheitsrat und seit der Erklärung des Quartetts vom Nahen Osten vom 23. September, eine Lösung zu finden.
Die Teilnehmer waren sich einig, dass Frieden im Nahen Osten nur durch direkte Verhandlungen zwischen Palästinensern und Israelis geschaffen werden kann. Allerdings ist die Fortsetzung der derzeitigen Kolonisationspolitik der israelischen Regierung in den besetzten palästinensischen Gebieten das wichtigste Hindernis für die unverzügliche Wiederaufnahme von direkten Verhandlungen zwischen den Parteien, obwohl beide Seiten bereit zu sein scheinen, die Verhandlungen neu zu starten.
Probleme, die dringend gelöst werden müssten, seien vor allem die Frage der Sicherheit des israelischen Staates und Themen wie die Grenzen der beiden Staaten auf der Grundlage von 1967. In den Fragen des Austausches von Territorien, des Rechts auf Rückkehr der Flüchtlinge oder beim Status von Jerusalem seien Lösungen erreichbar, sagte der luxemburgische Außenminister. Darüber hinaus sagte Minister Asselborn, dass Kritik an der gegenwärtigen israelischen Regierung keine Kritik am israelischen Volk sei oder ein Versuch sei, das Existenzrecht Israels infrage zu stellen.
"Ich bin der Meinung, dass die Sicherheit Israels zu gewährleisten und die Errichtung eines palästinensischen Staates gleichermaßen notwendig sind ", betonte er.
Diskussionen gab es auch über die gemeinsame Position der Europäischen Union (EU) im aktuellen Friedensprozess. Minister Asselborn sagte, dass die gemeinsame Position der EU in der Sitzung der 27 Minister des EU-Außenministerrates in Luxemburg am 10. Oktober 2011 besprochen wird. Er bestand darauf, dass die 27 Mitgliedsstaaten der Union alles tun müssten, um den Konsens innerhalb der EU seit der Annahme der Schlussfolgerungen des 13. Dezember 2010 aufrecht zu erhalten. Die zentrale Säule der gemeinsamen EU-Außenpolitik sei die Sicherheit im Nahen Osten, die auf der Forderung nach einer Zwei-Staaten-Lösung auf Grenzen von 1967 basiere.
PRESSEMITTEILUNG vom 07.10.2011:
„Ein Staat namens Palästina – Handeln oder Verhandeln?“
Berlin, 6. Oktober 2011
Die Deutsche Initiative für den Nahen Osten (DINO) fordert Fortschritte im Verhältnis zwischen Israelis und Palästinensern. Vor dem Hintergrund der Beratungen in den Vereinten Nationen über einen Staat Palästina diskutierte in Kooperation mit dem Beamtenbund (dbb) in Berlin ein prominent besetztes internationales Podium über mögliche neue Ansätze für dringend notwendige Fortschritte im Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern. Zu den Teilnehmern des Podiums, das von DINO-Sprecher Manfred Erdenberger moderiert wurde, gehörten unter anderem der ehemalige Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier, der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn, der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok und der Generaldelegierte Palästinas in Berlin, Salah Abdel Shafi.
In ihrer Kernaussage waren sich alle Podiumsteilnehmer einig. Das Ziel muss ein Staat Palästina sein. Voraussetzung für dauerhaften Frieden ist aber auch, dass sich dann die beiden Staaten Israel und Palästina als Sicherheitsgarantie gegenseitig anerkennen.
Bundesregierung sieht Frieden in Nahost in weiter Ferne
Ernüchternd ist jedoch die Einschätzung der Bundesregierung, die zu Beginn der Diskussion von Dr. Christoph Heusgen vorgetragen wurde, dem außen- und sicherheitspolitischen Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Heusgen ist davon überzeugt, dass sich die USA erst einmal keine ernsthaften Anstrengungen für Friedensbewegungen unternehmen werden, sondern erst wieder nach den Präsidentenwahlen im November 2012. „Israel hat sich mit allen Mitteln gegen den palästinensischen Vorstoß der Anerkennung durch die Vereinten Nationen gestemmt. Gleichzeitig hat Israel aber auch wenig getan, um ein Klima zu schaffen, in dem Verhandlungen möglich wären“, erklärte Heusgen. Er habe den Eindruck, dass sich Israel in eine Bunkermentalität begeben habe, einem innenpolitisch durchaus mehrheitsfähigen Kurs.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Walter Steinmeier ist davon überzeugt, „wenn nicht verhandelt wird, droht, dass in der Region gehandelt wird.“ Mit anderen Worten: Wenn Israelis und Palästinenser nicht erfolgreich miteinander über Frieden und Annäherung verhandeln, schlage der Prozess erneut in Gewalt um, meint Steinmeier. „Das gilt es zu vermeiden, deshalb hat Verhandeln jetzt oberste Priorität.“ Vor der UN gehe es ja nicht nur um eine Abstimmung über einen möglichen Staat Palästina, sondern auch um den nötigen Druck, die überfälligen Verhandlungen in Gang zu bringen, so Steinmeier weiter. „Wenn jedoch der israelische Siedlungsbau weitergeht, wird es zu keinen Verhandlungen kommen. Deshalb muss das beendet werden.“
Europa spricht nicht mit einer Stimme
Europa dringt zwar mehrheitlich auf eine Zwei-Staaten-Lösung, aber es fehlt an der Einstimmigkeit. „Vielleicht bekommen wir es hin, dass wir bei den Gesprächen des Nahost-Quartetts in Brüssel zu einer gemeinsamen Linie kommen“, hofft der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn. „Wenn wir als Europäer neben den Vereinten Nationen, Amerika und Russland in dieser Frage ernst genommen werden wollen, dann müssen wir auch diesen Konsens hinbekommen.“ Die EU müsse eine gemeinsame Position einnehmen. Trotz der deutschen Last der Geschichte und der Tatsache, dass in Holland die Minderheitsregierung von Geert Wilders gestützt werde, müsse auf Palästinenser und Israelis gemeinsam Druck gemacht werden, erklärt Asselborn.
Hinderungsgründe bei der Durchsetzung der politischen Ziele sieht der CDU-Europaabgeordnete Brok in den schwachen israelischen und palästinensischen Regierungen, die einerseits vor der Minderheit der Siedler und andererseits vor der Hamas einknickten. „Um den Mehrheitswillen zu stützen, hätten wir aber auch in der Lage sein müssen, beiden Seiten glaubwürdigen Garantien zu geben.“ Israel besitze gegenüber der internationalen Gemeinschaft ein unglaubliches Misstrauen und die Palästinenser hätten nicht erkannt, dass sich der Friedensprozess für sie auch lohnt. Man müsse ihnen mehr Unterstützung für einen lebensfähigen Staat geben, erklärt Brok weiter. Den Israelis sollte hingegen vor Augen geführt werden, wie ihre Perspektive in 20 Jahren aussieht, wenn sich um sie herum alles verändert hat. „Diese Diskussion muss geführt werden, damit Israel erkennt, dass man sicher keine besseren politischen Partner für Verhandlungen findet als in Mahmud Abbas und Salam Fayad “, sagt Brok.
Palästinenser überzeugt von Rückhalt durch Generalversammlung
Die Erwartungen an die Palästinenser seien teilweise absurd, erklärt Salah Abdel Shafi, der Generaldelegierte Palästinas in Berlin. „Es ist einmalig in der Geschichte, dass ein Volk, das unter der Besatzung leidet, auch noch für die Sicherheit der Besatzer sorgen soll“, sagt Shafi. „Das Problem ist die Asymmetrie, dass für Israel und Palästinenser unterschiedliche Maßstäbe gelten. Dies ist ein Grund, warum der Friedensprozess bis jetzt gescheitert ist“, meint Shafi. In die Bildsprache übersetzt: Zwei Mannschaften spielen ohne Schiedsrichter Fußball und derjenige, der foult, trifft die Entscheidungen über gelbe und rote Karten.
Der Friedensprozess laufe seit 20 Jahren ohne Schiedsrichter. „Die überwältigende Mehrheit der UN-Generalversammlung steht hinter uns, aber es fehlt am politischen Willen die Lösung durchzusetzen“, lautet Shafis Feststellung.
Die Anerkennung eines palästinensischen Staates bei den Vereinten Nationen verhindern die Amerikaner. „In New York wird jedoch auch ein Beobachterstatus für die Palästinenser erörtert. Dies würde eine Aufwertung bedeuten und den Druck auf die Beteiligten erhöhen“, sagt der ehemalige deutsche UN-Botschafter Tono Eitel. „Wer wie wir das Kosovo anerkennt - wo sind da die Schwierigkeiten bei Palästina“, hinterfragt Eitel voller Unverständnis das deutsche Zögern bezüglich eine möglichen Palästina-Abstimmung durch die Generalversammlung.
Die Souveränität der Palästinenser sei durchaus etwas Emotionales, erklärt Sylke Tempel, Chefredakteurin der Zeitschrift Internationale Politik. Menschlichkeit sei jedoch nicht die einzige Kategorie, um die es bei Verhandlungen gehe. „Von einer Anerkennung Palästinas durch die UN sind ganz entscheidende rechtliche Aspekt betroffen“, ergänzt die Politikwissenschaftlerin. „Es geht um den Status von Ost-Jerusalem, die palästinensischen Flüchtlinge aus Israel, wie sollen die Grenzen verlaufen, wie verhält es sich mit den voneinander getrennten Gebieten Gaza und Westbank. Mit der Anerkennung allein sind diese Probleme nicht gelöst.“ Tempel meint, dass dies jedoch die wesentlichen Fragen seien, um zu einem Verhandlungsfrieden zu kommen, der von den Mehrheiten auf beiden Seiten akzeptiert werde.
PRESSEMITTEILUNG vom 27.09.2011:
DINO :Europäische Außenminister setzen auf Verhandlungen
Mit Sorge und Bestürzung reagierte der Sprecher der Initiative, Manfred Erdenberger, auf die neue Ankündigung der israelischen Siedlung, die Genehmigung für 1100 weitere Wohnungen in Ost-Jerusalem zu erteilen. Ein solches Signal sei angesichts der aktuellen Beratungen, Vorschläge und Bemühungen der internationalen Staaten alles andere als hilfreich in der angespannten und schwierigen Situation.
Unmittelbar nachdem der palästinensische Präsident Abbas seinen vielbeachteten Antrag auf eine UN-Mitgliedschaft Palästinas eingebracht hatte, haben sich zwei europäischen Außenminister gegenüber der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) klar zum weiteren Vorgehen geäußert:
"Unser Ziel ist eine gerechte Zwei-Staaten-Lösung mit einem unabhängigen
palästinensischen Staat auf der einen und dem Staat Israel auf der anderen Seite, der in Sicherheit und Frieden mit seinen Nachbarn leben kann. Der Weg zum Frieden im Nahen Osten führt über direkte Verhandlungen," erklärte Bundesaußenminister Guido Westerwelle in New York gegenüber der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO). Westerwelle fuhr fort: "Die jüngste Erklärung des Nahostquartetts setzt einen festen Zeitplan für die Wiederaufnahme des Friedensprozesses. Ich appelliere an Palästinenser und Israelis, über diese Brücke zu gehen und umgehend in Verhandlungen einzutreten."
Zuvor hatte der luxemburgische Außenminister und DINO-Förderer Jean Asselborn ebenfalls in New York erklärt:
"Frieden, Sicherheit und Würde sind die Schlüsselworte, wenn es um den israelischpalästinensischen Konflikt geht: Das Recht zweier Völker in Frieden, Sicherheit und Würde zu leben.... Direkte Verhandlungen zwischen beiden Parteien müssen so rasch wie möglich beginnen. Nur durch Verhandlungen sind die Wurzeln des Konfliktes zu erreichen."
...
Asselborn machte deutlich, dass er und sein Land Luxemburg den neuen strikten Zeitplan des Nahost- Quartetts unterstützen, der einen Frieden in der Region bis Ende 2012 Wirklichkeit werden lassen könne. Außenminister Asselborn ist einer der Gäste auf dem DINO-Podium am 6.10.2011 in Berlin unter dem Titel:
"Ein Staat namens Palästina - Handeln oder Verhandeln?"
Daran nehmen u.a. teil:
Begrüßung: Kirsten Lühmann, MdB/SPD, stellv. Bundesvorsitzende des dbb
Einführung: Dr. Christoph Heusgen, außen- und sicherheitspolitischer Berater
von Bundeskanzlerin Angela Merkel
· Jean Asselborn, Außenminister, Großherzogtum Luxemburg
· Dr. Frank Walter Steinmeier, SPD-Fraktionsvorsitzender im Dt. Bundestag
· Elmar Brok, MdEP
· Salah Abdel Shafi, Generaldelegierter Palästinas in Berlin
· Dr. Sylke Tempel, Chefredakteurin, Internationale Politik
· Dr. Tono Eitel, dt. UNO-Botschafter a.D.
Moderation: Manfred Erdenberger, Sprecher DINO
Weitere Einzelheiten finden Sie unter www.dino-muenster.de
PRESSEMITTEILUNG vom 25.09.2011:
Handeln und Verhandeln
DINO fordert Fortschritte in Nahost
Vor dem Hintergrund Palästinas Gang vor die Vereinten Nationen unterstreicht die Deutsche Initiative für den Nahen Osten den Anspruch Israels auf einen Frieden in anerkannten Grenzen, aber auch das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat. Diese Forderungen seien nicht verhandelbar, erklärte der Sprecher der Deutschen Initiative (DINO), Manfred Erdenberger. Er forderte beide Seiten auf, nun den diplomatischen Weg weiter zu gehen und nicht auf
Konfrontation zu setzen. Abbas habe vor der Weltöffentlichkeit ein klares Zeichen gesetzt, auch und gerade gegenüber seinen erwartungsvollen Landsleuten .Jetzt müsse unverzüglich und mit Nachdruck nach einem für beide Seiten akzeptablen Verfahren gesucht werden, um Gewalt im Keime zu ersticken.
Gleichzeitig fordert Dino die Bundesregierung auf, den palästinensischen Antrag bei den weiteren Beratungen in der UNO zu unterstützen. Auch Israels Regierung müsse erkennen, dass die bisherige Siedlungs- und Besatzungspolitik ein Irrweg ist und das Land in die internationale Isolation führt. Handeln und Verhandeln seien zwei Seiten derselben Medaille und kein Widerspruch.
Weiter heißt es in der Erklärung:
"Gerade angesichts des Umbruchs in den arabischen Ländern ist die Situation fragiler und eine Lösung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern dringender denn
je. Nach Jahrzehnten des Konflikts und ergebnisloser Gespräche muss es endlich Bewegung in der Frage einer Zweistaatenlösung geben." Derzeit scheine vor allem die
israelische Regierung in der Siedlungspolitik zu keinem Kompromiss bereit zu sein, was alle Bemühungen, endlich zu einem fairen Ausgleich zwischen den Konfliktparteien zu
kommen, erschwert. Nach Ansicht von DINO verlange die aktuelle Situation rasches Handeln und lasse keine weiteren Verzögerungen zu.
Vor diesem Hintergrund veranstaltet die Deutsche Initiative für den Nahen Osten (DINO) gemeinsam mit dem dbb beamtenbund und tarifunion am 6. Oktober 2011 in Berlin eine
prominent besetzte Podiumsdiskussion mit dem Titel
"Ein Staat namens Palästina - Handeln oder Verhandeln?"
Daran nehmen u.a. teil:
Begrüßung: Kirsten Lühmann, MdB/SPD, stellv. Bundesvorsitzende des dbb
Einführung: Dr. Christoph Heusgen, außen- und sicherheitspolitischer Berater
von Bundeskanzlerin Angela Merkel
· Jean Asselborn, Außenminister, Großherzogtum Luxemburg
· Dr. Frank Walter Steinmeier, SPD-Fraktionsvorsitzender im Dt. Bundestag
· Elmar Brok, MdEP
· Salah Abdel Shafi, Generaldelegierter Palästinas in Berlin
· Dr. Sylke Tempel, Chefredakteurin, Internationale Politik
· Dr. Tono Eitel, dt. UNO-Botschafter a.D.
Moderation: Manfred Erdenberger, Sprecher DINO
Weitere Informationen finden Sie unter www.dino-muenster.de
Pressemitteilungen anlässlich der DINO-Podiumsdiskussion am 18.5.2011 in Köln
Hoyer (FDP) warnt vor Alleingängen im israelisch-palästinensischen Konflikt: „Einseitige Ausrufungen werden uns dem Frieden nicht näher bringen“ / Israel zum politischen Handeln und Stopp des Siedlungsbaus aufgefordert

- Dr. Werner Hoyer
Köln – Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer, hat vor einem einseitigen Vorgehen der Parteien im israelisch-palästinensischen Konflikt gewarnt. Anlässlich einer Podiumsdiskussion der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) sagte Hoyer mit Blick auf Pläne der palästinensischen Führung, vor den Vereinten Nationen die Anerkennung eines eigenen Staates zu beantragen: „Ohne eine politische Perspektive droht eine sehr, sehr schwere Situation. Unilaterale Schritte, egal von welcher Seite, lehnen wir ab.“ Einseitige Schritte würden das Eskalationspotenzial erhöhen und nicht die Kernfragen des Konfliktes lösen. „Einseitige Ausrufungen werden uns dem Frieden nicht näher bringen“, so der Staatsminister.
Hoyer forderte Israel zum politischen Handeln und zu einer Wiederaufnahme von Verhandlungen auf. Der auf Eis liegende Friedensprozess müsse, so der Staatsminister, dringend wieder angeschoben werden. „Das umgehende in Gang setzen eines politischen Prozesses ist in Israels Interesse und der richtige Weg, um die hohen ‚Septemberklippen’ zu umschiffen.“ Zurückhaltung berge mehr Risiken als ein zielgerichtetes politisches Handeln.
Den durch Israel koordinierten Siedlungsbau nannte Hoyer „eines der größten Hindernisse“ für eine Friedenslösung. „Er kann eine Zwei-Staaten-Lösung schon bald unmöglich machen und muss beendet werden.“
Mit Blick auf das Verhältnis Israels zu Ägypten und Jordanien, sagte Hoyer: „Wir wünschen uns, dass Israel aktiv auf Kairo und Amman zugehen würde, um einen Austausch in für beide Seiten wichtigen Fragen zu erreichen und Angebote für die Zukunft zu unterbreiten.“
UN-Sportbeauftragter Lemke fordert Ende der Demütigungen der Palästinenser

- Willi Lemke
Der UN-Sportbeauftragte Willi Lemke hat im Rahmen einer Podiumsdiskussion der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) ein Ende der aus seiner Sicht schlechten Behandlung der Palästinenser durch den israelischen Staat gefordert. Dies sei eine Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben der beiden in Konflikt stehenden Bevölkerungsgruppen. „Die täglichen Demütigungen der Palästinenser müssen aufhören, sonst erreichen wir keine Augenhöhe.“ Er habe die Hoffnung, dass durch den integrativen Beitrag des Sports ein gesellschaftlicher Druck auf die Politik aufgebaut werden könne. „Auch wenn es nur auf Grassroot-Level ist, will ich, dass Jugendliche zusammenkommen und sich kennen lernen, damit Frieden möglich wird“, so Lemke.

- Prof. Moshe Zimmermann
Der israelische Publizist und Historiker Moshe Zimmermann warnte auf der Veranstaltung vor den Folgen einer „Re-Religionisierung“ des israelisch-palästinensischen Konfliktes, wie sie der Staat Israel und die Hamas betrieben. Dies führe zu einer Verschärfung der Auseinandersetzungen und sei „eine riesige Hürde“ auf dem Weg zum Frieden.
Ein weiteres Problem sei die unterschiedliche Stärke der beiden Konfliktparteien. Man müsse dafür sorgen, „dass sich die Palästinenser wirtschaftlich sanieren können“, damit diese überhaupt in der Lage seien, mit Israel „zu kooperieren“, so der Historiker. „Was Israel fehlt, ist Symmetrie.“
Mit Blick auf die deutsche Rolle in der Konfliktvermittlung forderte der Historiker „mehr zu wagen, als bisher.“ Deutschland solle sich durch seine Geschichte nicht in ein festgefügtes Rollenbild fügen. Die „Schuld-Rolle“, die durch die Verbrechen an den Juden zustande gekommen sei, hemme Deutschland. „Deutschland kann ein ehrlicher Makler werden“, so Zimmermann.
Ein ausführlicher Bericht mit den Stellungnahmen aller Diskussionsteilnehmer folgt in Kürze.
Chance für den Frieden
DINO: Fatah-Hamas-Abkommen ein Meilenstein

- Manfred Erdenberger im Gespräch mit Präsident Abbas in Ramallah
Das jüngste "Versöhnungsabkommen" zwischen der Fatah und Hamas in Palästina könnte nach Auffassung der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) einen Meilenstein auf dem Weg zu einem endgültigen Frieden in Nahost bedeuten. Ihr Sprecher Manfred Erdenberger forderte alle Seiten auf, die möglicherweise letzte Chance für eine Lösung auf dem Verhandlungsweg zu nutzen. Die Initiative warnt vor voreiligen negativen Schlüssen, die am Ende radikale Kräfte stärken könnten, die den Terror den Verhandlungen vorzögen.
Nach dem Besuch von Präsident Abbas in Berlin sagte Erdenberger, nun müssten das Nahost-Quartett mit Deutschland und der Europäischen Union alle Ansätze für die Realisierung eines autonomen Palästinenser-Staates nach Kräften unterstützen. Alle Beteiligten in der Region, Israel an der Spitze, dürften die Chance nicht auslassen. Ein Scheitern würde eine Katastrophe für die betroffenen Menschen bedeuten.
Im Gespräch mit DINO-Repräsentant Manfred Erdenberger in Berlin hatte der Generaldelegierte Palästinas, Salah Abdel Shafi, nach dem Besuch von Abbas betont, der Vertrag sei " ein historischer Tag." Mit der palästinensischen Einheit hätten sich die Chancen auf einen Frieden erhöht. Er hoffe, so Abdel Shafi, nun auf die weitere Unterstützung der deutschen Regierung und der gesamten Europäischen Union.
DINO-Mitglied Rudolf Dreßler erklärte:
"Der israelische Premierminister Netanyahu hat immer wieder erklärt, dass die Spaltung zwischen Fatah und Hamas eines der zentralen Hindernisse für Fortschritte im Friedensprozess wäre. Denn es fehle ein Gesprächspartner, der für alle Palästinenser spreche. Netanyahu hat nun unmittelbar nach der Einigung von Fatah und Hamas dieses Abkommen abgelehnt. Damit hat er dokumentiert, dass Israel von dieser Einigung überrascht wurde. Die israelische Regierung hat nicht mit einer Übereinkunft auf palästinensischer Seite gerechnet. Man darf davon ausgehen, dass sich die internationale Staatengemeinschaft mit einer schlichten israelischen Ablehnung nicht zufrieden geben wird."
Frau Prof. Dr. Rita Süssmuth (DINO-Mitglied und Vorsitzende des DINO-Beirates) erklärte:
„Ich setze große Hoffnung auf den jüngst unterzeichneten Vertrag zwischen Hamas und Fatah. Dabei ist mir besonders wichtig, dass die Menschen in Palästina wieder geeint werden und in Freiheit leben können. Ebenso wichtig ist es, und diese Bitte richten wir an Präsident Abbas, dass er all seine Bemühungen darauf ausrichten möge, dass Frieden in Palästina und die mit diesem Vertrag geplante Staatsgründung zugleich verbunden wird mit Friedensverhandlungen mit dem Nachbarn Israel. Nicht nur für Palästina und Israel, sondern auch für die Nachbarstaaten wird es immer dringlicher, dass Frieden im Nahen Osten nicht nur denkbar, sondern auch möglich wird. Bei allen Risiken der aktuellen gegenwärtigen Freiheitsbewegungen und deren gewaltsamer Unterdrückung ist es aus unserer Sicht mehr als dringlich, diese Bemühungen zu unterstützen."
Prof. Moshe Zimmermann (DINO-Mitglied) zum Vertrag:
"Israel braucht als Gesprächspartner eine Vertretung der gesamten palästinensischen Bevölkerung. Daher ist die Vereinbarung zwischen Abbas und Mash'al zu begrüßen. Um der israelischen Regierung nicht erneut den Vorwand für die Hinauszögerung der Friedensgespräche zu ermöglichen, muss auf der palästinensischen Seite eine klare Aussage gemacht werden für die Fortsetzung der Gespräche mit Israel auf der Grundlage der Bedingungen des Quartetts, also auf der Grundlage der Anerkennung des Rechts Israels auf Existenz."
Präsident Mahmoud Abbas hatte der Initiative schon kurz nach der Gründung seine Unterstützung erklärt:
"Ich bin überzeugt, die Ausrufung eines palästinensischen Staates, mit Ostjerusalem als Hauptstadt, wird kommen. Es ist nur eine Frage der Zeit. Dieser Staat wird demokratisch sein und für Israel keine Bedrohung darstellen." Abbas dankte den Gründern und Mitgliedern von DINO, die es sich zum Ziel gemacht hätten, die Öffentlichkeit weiterhin über die ungelösten Probleme zu informieren. Abbas: "Mein ganzer Respekt gilt Ihnen und Ihrer Organisation. Wir brauchen Menschen wie Sie, die sich für den Frieden einsetzen, Menschen, die ehrlich und engagiert ihren Beitrag mit Ausgewogenheit und Aufklärung dazu leisten. Ich möchte Ihnen nicht nur meine Anerkennung aussprechen, sondern ich möchte auch betonen, dass ich Ihre Ziele mittrage und Ihnen meine Unterstützung zusichere. Ich hoffe und wünsche, dass DINO, die Deutsche Initiative für den Nahen Osten, zur besseren Verständigung beiträgt und als Brückenpfeiler zum Frieden dient."

- DINO-Sprecher Manfred Erdenberger
Erdenberger schloss sich ausdrücklich dem Kommentar in der aktuellen Ausgabe der israelischen Tageszeitung Haaretz/ Kölner Stadt Anzeiger an, in dem es u.a. hieß: "Israel kann seinen Status verbessern. Wenn es sein Schicksal in seine eigene Hand nimmt. Es kann das erste Land sein, dass die Bildung eines palästinensischen Schwester-Staates begrüßt, das ihm Glück wünscht, das seine Hand zum Frieden ausstreckt, und das seinen Wunsch Ausdrückt; über Grenzen, Flüchtlinge und Siedlungsfragen zu diskutieren.. als zwei souveräne Saaten."
Die israelische Kritik, Skepsis und die diversen Einsprüche wie Warnungen aus Tel Aviv vor den Konsequenzen des Abkommens seien nicht hilfreich. Alle Parteien hätten nun eine faire Chance verdient, meint der DINO-Sprecher. Er rief in diesem Zusammenhang die Hamas auf, das Existenzrecht Israels anzuerkennen und terroristische Gewalt aufzugeben.
DINO stimmte Wolfgang Gerhardt, dem früheren FDP-Vorsitzenden zu, der in einem ARD-Interview sagte:
"Es wird keinen Frieden geben, wenn man nicht aus den "Schützengräben" kommt. Die beiden politischen Führungen müssen ihren jeweiligen Anhängern, ihren jeweiligen Gesellschaften vermitteln, was an Kompromissen notwendig ist. Abbas hat sich aber auch ein Stück Vertrauensvorschuss verdient: Er kann auch die Hamas auf einen gemäßigteren Kurs bringen."
DINO-Beiratsmitglied Präses Schneider zum EKD-Ratsvorsitzenden gewählt
Münster, 08.11.2010 - Nikolaus Schneider, Präses der ev. Kirche im Rheinland und DINO-Beiratsmitglied, ist zum neuen EKD-Ratsvorsitzenden gewählt. Er folgt damit auf Margot Käßmann und Manfred Kock, der als Gründungsmitglied der Deutschen Initiative für den Nahen Osten mit Sitz in Münster angehört.
DINO-Sprecher Manfred Erdenberger schrieb dem neuen EKD-Ratsvorsitzenden: „Wir gratulieren herzlich zur Wahl und wünschen für die ehrenvolle, aber gewiss nicht leichte Arbeit an der Spitze der Evangelischen Kirche, alles Gute und viel Erfolg. Wir hoffen, dass trotz der leicht nachvollziehbaren mit dem Amt verbundenen Aufgaben und zusätzlichen Belastungen auch noch Raum und Zeit für das besondere Engagement im Beirat von DINO bleibt.“
Und weiter:“ Ich bin darüber hinaus sicher, dass alle DINO-Mitglieder und der gesamte Beirat der Initiative Sie auch bei Ihrem Friedensengagement weiterhin unterstützen werden. Der wechselseitige Einsatz soll den Menschen in der Region in einer besonders schwierigen Phase des labilen Friedensprozesses zugute kommen.“
Unseld-Preis für DINO-Mitglied
Sari Nusseibeh zusammen mit Amos Oz ausgezeichnet
Münster/Berlin, 30.09.10 - Mit dem Siegfried Unseld Preis 2010 sind in Berlin der palästinensische Autor Sari Nusseibeh und der israelische Autor Amos Oz ausgezeichnet worden. Prof. Sari Nusseibeh, Präsident der Ost-Jerusalemer Universität Al Quds, ist seit 2009 Mitglied der in Münster ansässigen Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO).
DINO-Sprecher Manfred Erdenberger gratulierte in Berlin beiden Preisträgern zu der Auszeichnung des Suhrkamp Verlages. Nusseibeh hatte 2009 in Münster am Podium „Dialoge zum Frieden“ teilgenommen und sich danach spontan zu einer Mitgliedschaft bei DINO entschlossen. Erdenberger sagte am Rande der Preisverleihung, die Auszeichnung erhalte angesichts des aktuellen Friedensprozesses und der damit verbundenen direkten Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern eine besondere Bedeutung.
Sari Nusseibeh erklärte in seiner Dankesrede, er wolle nicht behaupten, „…der Engel des Friedens habe uns verlassen oder sei im Begriff uns für immer zu verlassen. Aber ich glaube, dass die Herausforderung (…) weitaus größer geworden ist als sie es je zuvor war.“ Amos Oz erwiderte: „Wenn Sie Nusseibeh und mich nach dieser Feier in ein Nebenzimmer dieses Saales setzen würden, könnten wir innerhalb weniger Stunden den Entwurf für ein Friedensabkommen zwischen Israel und Palästina aufsetzen (…). Der größte Preis, den ich eines Tages mit Sari zu teilen hoffe, ist der Frieden.“
Der Unseld-Preis wurde den beiden Autoren zu gleichen Teilen zuerkannt. Mit der Entscheidung für Sari Nusseibeh und Amos Oz wird zugleich „ihr Engagement für eine Versöhnung beider Nationen und eine dauerhafte gewaltlose Koexistenz zweier Staaten geehrt.“
In der Begründung der Jury heißt es weiter:
"Sari Nusseibeh und Amos Oz loten in ihren literarischen Autobiographien Es war einmal ein Land. Ein Leben in Palästina (Verlag Antje Kunstmann 2008) und Eine Geschichte von Liebe und Finsternis (Suhrkamp Verlag 2004) das Leben im Israel und Palästina gemeinsamen
historischen Raum aus.“
Europa und der Nahe Osten – Experten suchen Friedenslösungen
Münster/Berlin, 08.09.2010 - Immer noch ist es eine Illusion, von Frieden im Nahen Osten zu reden. Realistischer ist die Gefahr, dass sich der kalte wieder in einen heißen Konflikt verwandelt. Dabei wenden gerade die Staaten der Europäischen Union seit Jahrzehnten viel Kraft, Mühe und nicht zuletzt auch Geld auf, um zwischen den Parteien zu vermitteln. Doch erscheinen sie machtloser denn je und die USA als einzige Macht, die Entscheidungen herbeiführen könnte. Sind die Europäer wirklich machtlos im Nahen Osten? Was können Sie tun?
Zur Diskussion am 15. September 2010 in den Räumen des dbb beamtenbund und tarifunion in Berlin unter dem Titel „Europas (Ohn-)Macht im Nahen Osten – der Konflikt vor der Haustür“ haben die Deutsche Initiative für den Nahen Osten (DINO) mit Sitz in Münster und der dbb eingeladen.
Die Einführungsrede zur Podiumsdiskussion hält Ruprecht Polenz (CDU) MdB und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages.
Zugesagt hat Luxemburgs Außenminister und Vizepremier Jean Asselborn, der sich für eine Friedenslösung in Nahost einsetzt und eng mit DINO kooperiert.
Aus der Krisenregion kommen Avi Primor, ehemaliger Botschafter Israels in Deutschland, und Abdallah Frangi, Berater von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, dazu. Primor ist seit Jahren DINO-Mitglied, Frangi war u.a. Generaldelegierter Palästinas in Bonn und Berlin.
Als Parlamentarier werden auf dem Podium Elmar Brok, MdEP und außenpolitischer Sprecher der EVP, sowie Dr. Rolf Mützenich, MdB, außenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, vertreten sein.
Die Moderation übernimmt der frühere WDR-Chefredakteur und DINO-Sprecher Manfred Erdenberger.
Der Deutschen Initiative für den Nahen Osten geht es darum, die Probleme auf der täglichen Agenda und im Blickfeld der Öffentlichkeit zu halten. Vor diesem Hintergrund unternimmt DINO – fern von (partei-)politischen Stellungnahmen und Einflüssen – mit einem Netzwerk engagierter Menschen aus allen Bereichen den Versuch, durch engagierte Aufklärungsarbeit das Verständnis für die komplizierten Zusammenhänge zu fördern, Vorbehalte aller Art und Intoleranz abzubauen und Chancen der Annäherung unter den streitenden Parteien auszuloten und zu unterstützen.
Die Diskussion wird vom WDR aufgezeichnet. WDR 5 sendet den Mitschnitt am Donnerstag, den 16. September 2010, um 21.05 Uhr.
DINO: Mehr Partnerschaften schaffen Frieden und Verständigung
Münster, 14.7.2010 - Anlässlich der soeben verabschiedeten Städtepartnerschaft zwischen Bergisch Gladbach und dem palästinensischen Beit Jala hat sich DINO, die Deutsche Initiative für den Nahen Osten, für mehr Partnerschaften zwischen deutschen, palästinensischen und israelischen Städten ausgesprochen.
DINO-Sprecher Manfred Erdenberger sagte, mit jeder neuen Verbindung schaffe man neue Wege zu Frieden und Verständigung in der Konfliktregion Naher Osten. Persönliche Beziehungen und Begegnungen seien ein unverzichtbarer Bestandteil praktischer Friedensarbeit in dieser schwierigen Phase des noch immer ungelösten Konfliktes zwischen Israel und seinen Nachbarn, insbesondere zu Palästina.
Bisher unterhält nur Köln eine Städtepartnerschaft mit einer palästinensischen Stadt, nämlich Bethlehem, gleichzeitig aber auch zu Tel Aviv, womit eigentlich ein Dreierbündnis für den Frieden möglich sein sollte. DINO appellierte insbesondere an die vielen deutschen Städte, die seit vielen Jahren mit israelischen Städten eine Partnerschaft unterhielten, ihr Angebot zur Unterstützung zwischenmenschlicher Kontakte und damit zum Abbau von Vorurteilen und für ein besseres Verständnis um palästinensische Städte und Gemeinden zu erweitern.
Weitere Informationen zur Städtepartnerschaft finden Sie hier
DINO gratuliert Msgr. Hülskamp
Münster, 9. Juli 2010 - Zur Feier des Silbernen Priesterjubiläums von Msgr. Martin Hülskamp im Dom zu Münster am 11. Juli 2010 hat DINO-Sprecher Manfred Erdenberger dem Gründungsmitglied der Deutschen Initiative für den Nahen Osten herzlich gratuliert.
Er schrieb ihm u.a.:
„Das Jubiläum ist gleichzeitig die Gelegenheit, Dir zu danken für Deinen unermüdlichen Einsatz , den Du für unsere (gemeinsame) Initiative seit Gründung geleistet hast. Dazu gehören auch die regelmäßige Teilnahme an Veranstaltungen der Initiative sowie die Reisen in den Nahen Osten. Dein besonderes Engagement für die schwer geprüften Menschen in der Region wird auch durch Deine Verpflichtungen im Rahmen der Ämter als Prior der Komturei St. Ludgerus Münster des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem sowie als Vorsitzender des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande/Diözesanverband Münster deutlich.
Dazu kommen die Aufgaben u.a. an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und als Geistlicher Beirat des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU) in der Diözese Münster. Ich weiß, dass solche Aufgaben die übrigen Tätigkeiten als Domkapitular und Offizial des Bistums Münster und als künftiger Leiter des Katholischen Büros NRW, des Kommissariats der Bischöfe in Nordrhein-Westfalen, nicht einfacher machen. Aber gerade dadurch wird das persönliche Engagement umso wertvoller und bedeutsamer.“
DINO bestürzt über die Konfrontation vor Gaza
„Israelischer Angriff auf die Friedensbemühungen“
Münster, 31.05.10 - Mit tiefer Bestürzung hat DINO, die Deutsche Initiative für den Nahen Osten, auf die offene Konfrontation vor Gaza durch die Israelische Marine reagiert.
DINO-Mitglied Avi Primor erklärte zu den Konsequenzen des „schockierenden Vorfalls“: „Das alles ist die Konsequenz einer verfehlten israelischen Gaza-Politik. Jetzt ist der amerikanische Präsident Obama besonders gefordert. Hilfreich wäre eine klare Ansage gegenüber dem israelischen Premier Netanyahu, der am Dienstag im Weißen Haus weilt. Im Übrigen: Seit Jahrzehnten wissen wir alle, wie ein Friedensvertrag nach direkten Verhandlungen aussieht – jetzt plötzlich sind wir in 'indirekten Gesprächen‘ und vom Frieden weiter entfernt denn je. Das ist doch völlig irreal.“
DINO-Mitglied Moshe Zimmermann, Historiker an der Hebräischen Universität in Jerusalem, kommentierte die Aktion mit den Worten: „Es war leider wieder ein typisch israelischer Versuch, Gewalt statt Vernunft anzuwenden.“
(Kommentar 01.06.2010)
DINO-Mitglied Rudolf Dreßler hierzu:
"Tatsachen sind:
Der israelischen Seite war bekannt, dass es sich ausschließlich um Hilfsgüter handelte, dass die Aktion - man kann es durchaus Provokation nennen - der Aktivisten, gegen die Schließung der Gaza-Grenzen auch für humanitäre Güter, gerichtet war.
Der Vorfall hat die Forderung (u.a. von Frau Merkel und der spanischen Ratspräsidentschaft) nach "umfassender Untersuchung mit internationaler Beteiligung" nach sich gezogen. Der erste Härtetest für die israelische Regierung. Falls sie dies ablehnt - wie in vergangenen Fällen - hat Israel ein weiteres Problem.
Der Staat Israel steht in der Gefahr internationaler Isolierung. Israel benötigt Freunde und besorgt sich immer mehr Kritiker und Gegner.
Israelische Politik sieht alles aus dem Blickwinkel der Bedrohung. Die Selbstwahrnehmung der israelischen Politik driftet immer mehr von der Fremdwahrnehmung der Staatengemeinschaft weg. Statt die Kluft zu schließen, mindestens zu verkleinern, vergrößert Israel die Kluft.
Es droht dem Staat Israel schwerer Schaden im Kampf um seine Existenzberechtigung."
(Kommentar, 01.06.2010)
Abdallah Frangi, der Berater des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas, erklärte gegenüber DINO, trotz des schweren Zwischenfalles seine Bereitschaft zur Fortsetzung der indirekten Friedensgespräche. Er bekräftigte, nun sei Präsident Obama in besonderem Maße gefordert, entschlossen gegenzusteuern. Abbas, der nächste Woche in Washington eintreffen wird, werde dem Präsidenten noch einmal die kritische Situation für alle Beteiligten deutlich machen. Gleichzeitig verwies Frangi auf die von Abbas geforderte Sitzung des Weltsicherheitsrates und der Arabischen Liga, deren Außenminister morgen zusammen kommen.
DINO-Sprecher Manfred Erdenberger bewertete den Zusammenstoß in der Wirkung wie einen „Angriff auf die aktuellen Friedensbemühungen“, die sich unter amerikanischer Vermittlung in indirekten Gesprächen zwischen den Konfliktparteien auf konkrete Ergebnisse in den kommenden vier Monaten konzentrieren sollen. Aktionen wie die aktuelle könnten die Hoffnungen auf eine rasche Lösung zunichte machen.Er verwies weiterhin auf die kritischen Stellungnahmen europäischer Außenminister, darunter Guido Westerwelle und der luxemburgische Vertreter Jean Asselborn.
Asselborn, der in engem Kontakt mit DINO steht, sagte auf einer internationalen Konferenz in Kampala/Uganda wörtlich:„Ich verurteile die Verantwortlichen des Überfalls auf die Flotte „Gaza“, bei dem heute Morgen 15 Menschen in internationalen Gewässern des Mittelmeers getötet wurden. Ich fordere, dass die Verantwortlichen dieses unverständlichen Aktes vor ein internationales Gericht gestellt werden. Diese Flotte ist an erster Stelle ein Symbol der internationalen Solidarität zur Hilfe der Öffnung des Gaza-Streifens, der als Folge des Krieges im Dezember 2008/Januar 2009 geschlossen wurde. Muss man daran erinnern, dass 1,5 Millionen Palästinenser die Gefangenen dieser Situation sind?Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu erklärte vor zwei Tagen in Kanada, seine Aufgabe als Premierminister bestehe darin, das Überleben von Israel zu garantieren. Dies ist eine gerechte und legitime Behauptung. Jedoch wird diese Garantie nie Wirklichkeit werden, wenn sie gegen die primären Interessen der Palästinenser gelenkt wird, in Würde in einem souveränen Staat aus Westjordanland Gaza und Ost-Jerusalem zu leben.“
DINO appellierte an die Verantwortlichen beider Seiten aber auch an die internationale Gemeinschaft, alles zu unternehmen, um keine weiteren Rückschläge für den zwingend erforderlichen Friedensprozess zu provozieren.
Weitere Stimmen:
DINO gratuliert Primor
Münster, 08.04.2010:
Aus Anlass des 75. Geburtstages hat DINO-Sprecher Manfred Erdenberger seinem Mitglied Avi Primor gratuliert. Die Deutsche Initiative für den Nahen Osten (DINO) wünscht ihm aus diesem Anlass alles erdenklich Gute, vor allem aber Gesundheit – dazu Erfolg für sein persönliches Engagement auf den verschiedensten Feldern, nicht zuletzt für DINO.
Letzteres ist ein weiterer Grund Dank zu sagen: Die Tatsache, dass Avi Primor von Anbeginn zu den DINO-Mitgliedern zählt, ist für die Initiative mit ihren anspruchsvollen Aufgaben und (für die Menschen der Region notwendigen) Anstrengungen eine große Hilfe und ein positives Signal.
Dahinter steht seine Lebensleistung als Diplomat, Publizist und engagierter Bürger Israels nicht zurück. Seine Beiträge auf all den damit verbundenen Feldern werden überall hoch geschätzt – dank langjähriger gemeinsamer Erfahrungen und Treffen innerhalb und außerhalb der Krisenregion Nahost schließt sich Erdenberger dieser Einschätzung dankbar an.
DINO knüpft Kontakte nach Luxemburg
Münster/Luxemburg, 22.03.2010:
Die seit fast vier Jahren andauernde Friedensarbeit der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) ist beim luxemburgischen Außenminister Jean Asselborn auf großes Interesse gestoßen.
DINO-Sprecher Manfred Erdenberger hatte bei seinem Besuch im Großherzogtum die Gelegenheit, dem Vize-Premier und Außenminister in einem ausführlichen Gespräch die bisherigen und künftigen Aktivitäten zu erläutern.
Dabei wurde eine große Übereinstimmung in der Beurteilung des aktuellen Friedensprozesses im Nahen Osten deutlich. Beide waren sich darüber einig, dass eine Wiederaufnahme von Friedensgesprächen zwischen Israel und den Palästinensern mit Blick auf die schwierige Lage für die Menschen in der Region trotz der aktuellen Dissonanzen nicht länger verzögert werden darf.
Übereinstimmung gab es auf beiden Seiten auch darüber, dass eine begleitende Hilfe von außen, beispielsweise von den USA, aber auch von der Europäischen Union, unabdingbar ist. Vorbedingungen oder Entscheidungen wie der fortgesetzte Siedlungsbau in Ost-Jerusalem oder in den besetzten Gebieten durch die Israelis seien ebenso kontraproduktiv wie fehlende Sicherheiten für Israel und der andauernde Konflikt zwischen Fatah und Hamas. Es müsse im Interesse beider Seiten liegen, so Asselborn und Erdenberger, dass Palästinenser-Präsident Abbas als glaubwürdiger Verhandlungspartner agieren könne.
Der Außenminister und der DINO-Sprecher vereinbarten, ihre Kooperation mit einem regelmäßigen Informationsaustausch mit Blick auf den Nahen Osten und die Friedensbemühungen fortzusetzen.
DINO : MEHR ENGAGEMENT DER DEUTSCHEN UND EUROPÄISCHEN AUSSENPOLITIK IM NAHOST-KONFLIKT
Münster, 19.12.09 – Der dramatische Friedensappell palästinensischer Christen ist von der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) zum Anlass genommen worden, die deutsche und europäische Außenpolitik zu mehr Engagement im Friedensprozess aufzurufen. Gerade mit Blick auf die berechtigten und notwendigen Sicherheitsinteressen Israels müssen die Lage der Palästinenser verbessert und aktivere Schritte zum Frieden in der Region unternommen werden, so Manfred Erdenberger, Sprecher der Initiative.
Der DINO-Sprecher appelliert an die Regierungen der europäischen Länder, sich noch aktiver als bisher für die angestrebte Zwei-Staaten-Lösung einzusetzen, und die Folgen der Besetzung, des Mauerbaus, der Siedlungspolitik sowie die Flüchtlingsfragen und den Status von Jerusalem zu vordringlichen Themen der Gespräche mit Israel zu machen. Angesprochen werden müsse dabei auch die gerechte gemeinsame Nutzung aller natürlichen Ressourcen in der Region.
DINO stimmt der Feststellung der palästinensischen Christen zu, nach der der Zeitpunkt für Lösungen mehr denn je überfällig ist: „Weil das tragische Schicksal des palästinensischen Volkes heute ausweglos geworden ist. Die Entscheidungsträger begnügen sich mit Krisenmanagement, anstatt sich der schwierigen Aufgabe zu unterziehen, nach einer Lösung für die Krise zu suchen. Die Herzen der Gläubigen sind erfüllt von Schmerz und von Fragen: Was tut die internationale Gemeinschaft? Was tun die politischen Verantwortlichen in Palästina, in Israel und in der arabischen Welt?“
Die palästinensischen Christen beklagen dabei, dass die Trennmauer nach wie vor Städte und Dörfer voneinander trennt und zu verstreuten und geteilten Bezirken macht. Im Gazastreifen leben die Menschen nach dem letzten Krieg immer noch unter schwierigsten Bedingungen, unter einer ständigen Blockade und abgeschnitten von den übrigen palästinensischen Gebieten.
Insgesamt beklagen sie „die tägliche Demütigung, der wir auf dem Weg zu unseren Arbeitsplätzen, zu Schulen und Krankenhäusern an den Militärkontrollposten ausgesetzt sind.“ Besonderes Augenmerk müsse auch auf die Religionsfreiheit (Zugang zu den Heiligen Stätten in Jerusalem) sowie auf die Probleme der Flüchtlinge und der Gefangenen in Israel gelegt und einer Lösung zugeführt werden.
DINO appelliert an beide Konfliktparteien und das Nahost-Quartett, die direkten Friedensgespräche umgehend wieder aufzunehmen.
Ehrung für DINO-Sprecher
Münster, 30.11.09 - Mit dem „Päpstlichen Pilgerkreuz Jerusalem“ ist der Sprecher der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO), Manfred Erdenberger, ausgezeichnet worden. Die Medaille wurde ihm auf der diesjährigen Investiturfeier des
Lazarus-Ordens von Protektor Patriarch Gregorios III. überreicht.
An der Feier nahmen auch der Großmeister des Ordens, Don Carlos Gerdea de Borbón, Marquis de Almazàn und Vertreter aus 18 Nationen teil. Erdenberger gehört der Gemeinschaft im Range eines Ritters seit 2006 an.
Mit der Verleihung wurde der Einsatz des DINO-Sprechers für den Lazarus-Orden sowie für den Nahost-Friedensprozess gewürdigt.
Zwei prominente Nah-Ost-Experten verstärken DINO
Münster, 20.11.09 - Gleich zwei neue Mitglieder verstärken die Friedensarbeit der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO): der Präsident der Jerusalemer Al-Quds-Universität, Prof. Sari Nusseibeh und der israelische Historiker Prof. Moshe Zimmermann.
DINO-Sprecher Manfred Erdenberger hatte die beiden „Neuzugänge“ zur jüngsten Friedensveranstaltung „ 1648 - Dialoge zum Frieden“ der Stadt, der Universität Münster und DINO eingeladen und für die Initiative angeworben. Der Uni-Präsident Nusseibeh und der Historiker Zimmermann erklärten sich spontan zur Mitarbeit bereit.
„Beide haben in ihrer bisherigen Arbeit immer wieder nach Lösungsmöglichkeiten für einen gerechten Frieden in der Region gesucht und auf vielfältige Weise eigene Beiträge zur öffentlichen Diskussion geliefert“, würdigte DINO-Sprecher Manfred Erdenberger die beiden neuen Mitglieder. “Ihre Ziele decken sich mit den Prämissen unserer Initiative. Deshalb werden sie für uns eine große Hilfe bei der schwierigen Friedenssuche sein.“
Nusseibeh stammt aus einer arabischen Familie, die seit Jahrhunderten die Türwächter der Grabeskirche stellt. Er setzt sich für eine friedliche und pragmatische Zweistaatenlösung im Nahost-Konflikt ein. Nusseibeh, geboren in Damascus, studierte in Oxford und in Harvard, wo er 1978 in Islamischer Philosophie promovierte. An den Friedensverhandlungen von 1991 bis 1993 war er aktiv beteiligt. Er war Berater des verstorbenen Präsidenten Arafat und dessen Repräsentant in Jerusalem von 2001 bis 2002.
2003 gründete Nusseibeh mit dem Israeli Ami Ajalon die Friedensinitiative Peoples’ Campaign for Peace and Democracy, die für einen eigenständigen Staat Palästina im Westjordanland und Gazastreifen plädiert – bei gleichzeitigem Verzicht der Palästinenser auf ihr Rückkehrrecht. Der Plan sieht Jerusalem als offene Hauptstadt beider Staaten vor. Der Uni-Präsident wurde Anfang November mit dem Friedenspreis der Geschwister-Korn-und-Gerstenmann-Stiftung ausgezeichnet, zusammen mit dem früheren Botschafter Israels in den USA, Itamar Rabinovich.
Das zweite neue Mitglied, Prof. Moshe Zimmermann, Historiker und Publizist, lehrt an der Hebräischen Universität Jerusalem. Für seine Arbeiten, in denen er sich immer wieder auch mit der deutsch-israelischen Geschichte beschäftigt, erhielt er zahlreiche Ehrungen. Zum 60. Jahrestag der Gründung Israels hielt er im Düsseldorfer Landtag eine vielbeachtete Rede. Nach dem Studium in Jerusalem und Hamburg übernahm Zimmermann Gastprofessuren in Princeton (USA) und an mehreren deutschen Hochschulen.
Seit 1986 ist er Direktor des Richard-Koebner-Minerva Zentrums für deutsche Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem. Zu Zimmermanns Forschungsschwerpunkten gehören die deutsche Sozial- und Kulturgeschichte vom 18. bis zum 20. Jahrhundert, die Geschichte der Juden in Deutschland und die Geschichte des Antisemitismus.
Patriarch Gregorios:
Nur Nahost-Friede kann Fundamentalismus bekämpfen
Erdenberger:
Friedensprozess verträgt keine neue Warteschleife
Münster – 11.05.09 - Die Reise von Papst Benedikt „ist ein wichtiges Zeichen für den Frieden in Nahost“ erklärte der griechisch-katholische, melkitische Patriarch Gregorios III. gegenüber Mitgliedern der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO). Patriarch Gregorios, selbst Mitglied der Initiative, bekräftigte seine Überzeugung, dass Frieden „die Zukunft der Menschen in Nahost ist und die einzige Basis, auf der sich Fundamentalismus und Gewalt bekämpfen lässt“.
Da der Papst auf seiner Reise nicht nach Syrien kommt, hatte der Patriarch Benedikt XVI. am Flughafen in Amman, Jordanien, begrüßt und an einer gemeinsamen Vesper in der griechisch-melkitischen Sankt Georgs-Kathedrale teilgenommen.
Der Patriarch äußerte ausdrücklich die Hoffnung, dass der Besuch des Papstes die Christen in der Region stärke, um, wie er sagte, „ihre Mission in der arabischen und überwiegend muslimischen Welt zu erfüllen.“ Angesichts des derzeit stagnierenden Friedensprozesses sagte der Patriarch, er hoffe, „dass die arabischen Länder wie auch die Türkei und der Iran verstehen, dass der einzige Weg für die zukünftigen Generationen in dieser Region der Friede ist.“
Der Sprecher der Initiative, Manfred Erdenberger, erklärte unmittelbar vor dem Besuch des Papstes in Bethlehem, diese Etappe der Reise müsse auch ein Zeichen dafür setzen, dass die Menschen in den Flüchtlingslagern als Opfer der jahrzehntelangen Konflikte nicht vergessen seien und Hilfe dringender denn je nötig sei. Der Friedensprozess zwischen den beiden verfeindeten Parteien Israel und Palästina dürfe nicht länger unter dem „Vorwand neuer politischer Konstellationen in beiden Lagern“ in eine „neue Warteschleife“ verschoben werden.
Weitere Informationen:
Address of His Beatitude Patriarch Gregorios III to
His Holiness Pope Benedict XVI
DINO stützt Steinmeiers Bemühungen
Münster, 15.01.09 - DINO, die Deutsche Initiative für den Nahen Osten, hat die jüngsten Vermittlungsbemühungen von Außenminister Walter Steinmeier im Nahost-Konflikt nachdrücklich begrüßt und unterstützt. In einem Brief an Steinmeier schreibt DINO-Sprecher Manfred Erdenberger:
„Wir unterstützen und ermutigen Sie ausdrücklich, weitere Schritte für eine sofortige Waffenruhe in Gaza zu unternehmen. Angesichts der Leiden und Zerstörungen für die betroffenen Menschen durch die Gewalt auf beiden Seiten ist es höchste Zeit, für eine Waffenruhe zu sorgen, der dann weitere Schritte zur dauerhaften Deeskalation folgen müssen.“
Die unabhängige, überparteiliche und interreligiöse Initiative verweist in diesem Zusammenhang ausdrücklich auf Steinmeiers Bemühungen, bei allen beteiligten Parteien des Konfliktes für Lösungen zu werben – getreu der Regel: „Man höre beide Seiten“ - eine der Prämissen des Westfälischen Friedens, den DINO als Vorbild auch für aktuelle Friedenslösungen anführt. Einseitige Schuld- zuweisungen lösten den Konflikt weniger denn je.
Erdenberger weiter:
„ Nun müssen die Waffen schweigen, damit die Stimmen der Vernunft Gehör finden.“
Die Zukunft der Region müsse auf Vertrauen statt auf Ruinen gebaut werden, heißt es abschließend in dem Brief.
DINO knüpft Kontakte nach Jordanien
Amman/Münster - In ersten Gesprächen mit Seiner Königlichen Hoheit, Prinz Hassan von Jordanien, in Amman, hat der Sprecher der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO), Manfred Erdenberger, für die Unterstützung des zivilgesellschaftlichen Friedensengagements geworben.
Bei dem Gespräch tauschten Prinz Hassan und Erdenberger ihre Einschätzungen zum stockenden Friedensprozess und die Chancen zu seiner Wiederbelebung aus. Beide vereinbarten, die Kontakte zu vertiefen, um die Chancen nicht-staatlicher Initiativen als flankierende Maßnahme in dieser schwierigen Phase zu fördern.
Schon zuvor hatte Prinz Hassan in einem Briefwechsel sein großes Interesse an der in Münster ansässigen Nahost-Initiative unterstrichen.
Mit Blick auf die komplizierten Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern hat Jordanien einmal mehr seine Forderung nach Mitsprache bei der Regelung des künftigen Status von Jerusalem mit Blick auf seine Verantwortung für die Heiligen Stätten unterstrichen.
Prinz Hassan Bin Talal (61) ist Mitglied des Herrscherhauses von Jordanien. Er ist der Bruder des ehemaligen Königs Hussein und der Onkel des jetzigen Königs Abdullah II. Von 1965 bis 1999 war er Kronprinz. Von 1999 bis 2006 fungierte Prinz Hassan als Präsident der Weltkonferenz der Religionen für den Frieden, von 2000 bis 2006 als Präsident des Club of Rome. Das liberale Rabbinerseminar Abraham-Geiger-Kolleg verlieh Prinz Hassan am 4. März 2008 den Abraham Geiger Preis. Am 20. Oktober 2008 wurde er in Augsburg mit dem Augsburger Friedenspreis ausgezeichnet. Im Laufe der Jahre erhielt er für seinen Einsatz für Wissenschaft und Forschung und sein weltweites Engagement für den Frieden 20 Ehrendoktorate von Universitäten aus aller Welt.
Pressemitteilung zum Besuch
Ritterschlag für DINO-Sprecher Manfred Erdenberger
Maastricht/Münster 26.10.08 - In den Stand eines Ritters des Lazarus-Ordens ist DINO-Sprecher Manfred Erdenberger, an diesem Wochenende (25.10.08) erhoben worden.
Der frühere WDR-Chefredakteur Erdenberger vertritt die Deutsche Initiative für den Nahen Osten (DINO) seit ihrer Gründung vor mehr als zwei Jahren. Er war seit April 2006 als Commander Mitglied des ökumenischen Ordens des Heiligen Lazarus von Jerusalem.
Der DINO-Sprecher war bereits im vergangenen Jahr mit der Crusaders Medal Award, der Pilgermedaille des Lazarus-Ordens, ausgezeichnet worden für sein Engagement um nicht-staatliche Friedensbemühungen im Nahen Osten.
In seiner Zeit als Politischer Chefkorrespondent des WDR hatte Erdenberger jahrelang aus der Region berichtet und zahlreiche Kontakte aufgebaut. Er erhielt den Ritterschlag auf einer Investiturfeier des Ordens im niederländischen Maastricht.
Der Initiative gehört u.a. auch Seine Seligkeit Patriarch Gregorios III. an. Er ist gleichzeitig der Geistliche Protektor des weltweit agierenden Lazarus-Ordens, der sich in vielen Ländern (u.a. im Nahen Osten) für soziale Hilfsprojekte einsetzt.
DINO: Doppelter Friedenspreis
Münster, 29.08.2008 - Zwei Jahre nach dem ersten öffentlichen
Symposion der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) gratuliert die Runde ihrem Gründungsmitglied, dem Bethlehemer Pfarrer Dr. Mitri Raheb, zum „Aachener Friedenspreis“.
Der Preis wird ihm am 1. September 2008 verliehen. Es ist bereits die zweite derartige Auszeichnung für den engagierten Christen und Palästinenser. 2006 erhielt Raheb den renommierten Tschelebi-Friedenspreis des Zentralinstitut Islam-Archiv Deutschland in Soest. In beiden Fällen werden der unermüdliche Einsatz des Bethlehemer Pfarrers für Friedenslösungen im Nahen Osten und seine ganz persönlichen Bemühungen um eine Verbesserung der Lebenssituation der betroffenen Menschen in der Region gewürdigt.
In den letzten zwei Jahren hat sich die in Münster ansässige, prominent besetzte Initiative erfolgreich um einen Fortgang des nach wie vor fragilen Friedensprozesses im Nahen Osten sowie um die Vermittlung und Verbreitung von Kontakten und Informationen in Deutschland bemüht.
In diesem Zusammenhang wurden zwei Symposien in Deutschland, in Münster und Köln, sowie eines in Bethlehem und Jerusalem im April dieses Jahres organisiert.
Führende Politiker in der Region und in Deutschland haben inzwischen DINO ihre Unterstützung zugesagt und fördern und begleiten deren Arbeit.
Vertreter der Initiative, die sich die Prämissen des Westfälischen Friedens von 1648 zum Vorbild genommen hat, haben auf diversen öffentlichen Veranstaltungen und Seminaren sowie in Vorträgen und Reden für einen gerechten und nachhaltigen Frieden im Nahen Osten geworben.
Das nächste Symposion ist für Anfang Februar 2009 in Münster geplant. Eines der Themen wird die Rolle Syriens und seiner Nachbarn im Friedensprozess sein.
Gleichzeitig wird am 1. September der neue DINO-Repräsentant in Berlin, der WDR/ARD- Korrespondent Thomas Nehls, seine ehrenamtliche Arbeit aufnehmen. Nehls war zuvor u.a. Korrespondent in Washington und New York (dort mit Schwerpunkt UNO) und ist nun im ARD-Hauptstadtstudio für außen- und sicherheitspolitische Themen zuständig. Er verfügt damit über die entsprechenden Kontakte und Informationen, um die Arbeit der Initiative zu unterstützen.
"Den Worten Taten folgen lassen"DINO ermuntert Nahost-Konfliktparteien zum Handeln
Münster/Köln.- 22. Mai 2008: Mit der Aufforderung "...jetzt den Worten Taten folgen zu lassen" hat der Sprecher der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO), Manfred Erdenberger die Verantwortlichen im Nahen Osten zu konkreten Schritten zu friedlichen Lösungen der regionalen Konflikte ermuntert. Es sei höchste Zeit, den Menschen in der Region den jüngsten Zeichen der Hoffnung nun handfeste Verbesserungen ihrer Lebensumstände anzubieten. Die Sondierungsgespräche zwischen Israel und Syrien unter türkischer Vermittlung seien ebenso wie die Einigung im innerpolitischen Konflikt des Libanon ein Schritt in die richtige Richtung. Dazu gehörten auch die mit großen Erwartungen verknüpften Verhandlungsrunden zwischen der israelischen und der palästinensischen Führung für ein Rahmenabkommen über eine Zwei-Staaten-Lösung bis Ende dieses Jahres - so, wie in Annapolis vereinbart.
DINO hatte sich Anfang April dieses Jahres in Israel und Palästina über die Möglichkeiten weiterer Schritte im regionalen Friedensprozess mit hochrangigen Vertretern aus Politik, den Kirchen und den Stiftungen informiert und "hoffnungsvolle Zeichen" erkannt, gleichzeitig aber auf das "Zeit-Fenster für Friedenslösungen" mit der Bemerkung "...der Countdown läuft" hingewiesen.
Bereits im September des vergangenen Jahres hatten DINO-Mitglieder nach Gesprächen in Syrien auf die besondere Rolle dieses Nahost-Landes im Friedensprozess hingewiesen und zu einer verstärkten Kooperation aufgerufen. Auch die jüngsten Fortschritte zur innenpolitischen Konsolidierung im Libanon wurden als Beitrag für eine Entspannung in der Region nun noch einmal ausdrücklich begrüßt.
Deutsche Initiative für den Nahen Osten gratuliert ihrem Friedenspreis-Träger Mitri Raheb

- Pfarrer Dr. Mitri Raheb
Köln/Münster - 8. Mai 2008 - Als eine höchst verdiente Ehrung bezeichnete der Sprecher der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO), Manfred Erdenberger, die Verleihung des Aachener Friedenspreises an DINO-Mitglied Mitri Raheb.
Der Bethlehemer Pfarrer sei ein herausragendes Beispiel für das Bemühen, trotz aller Schwierigkeiten im israelisch-palästinensischen Konflikt eine friedliche und gemeinsame Zukunft gestalten zu wollen. Dies habe er gerade noch im vergangenen Monat unter Beweis gestellt, als er das 3. Symposion der Deutschen Initiative für den Nahen Osten in Bethlehem, Ramallah und Jerusalem maßgeblich mit organisiert hatte.
Bereits im Herbst 2006 war Mitri Raheb mit dem Tschelebi-Friedenspreis des Zentralinstituts Islam-Archiv-Deutschland in Soest ausgezeichnet worden.
"Der Countdown läuft - Chance für den Frieden jetzt nutzen"
"DINO vor Ort - Update Nahost" in Bethlehem und Jerusalem
3. Symposion der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO)
Für ein stärkeres Engagement der Bundesrepublik und der Europäischen Union im Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern setzt sich die Deutsche Initiative für den Nahen Osten (DINO) ein.
Nach sechstägigen Sondierungsgesprächen in der Region unter anderem mit
Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas und Knesset-Abgeordneten ist die Initiative mit Mitgliedern aus Kirchenvertretern, Politikern und Journalisten zu der Überzeugung gelangt, dass gerade jetzt ein möglicherweise entscheidendes Zeitfenster für Friedenslösungen geöffnet ist.
Diese Chance müsse unbedingt genutzt werden, so der Sprecher der Initiative, Manfred Erdenberger, und der frühere deutsche Botschafter in Israel, Rudolf Dreßler. Sowohl für die amtierende israelische Regierung als auch für Präsident Abbas seien Erfolge bei den laufenden Friedensgesprächen eine politische Überlebensfrage. Die Initiative selbst wird zwei politische Projekte verfolgen, über die mit den Beteiligten zunächst Vertraulichkeit vereinbart wurde.
Die Bundesregierung habe in der Region auf beiden Seiten einen guten Ruf. Dies sei eine hervorragende Ausgangslage, um in Kontakt mit allen Beteiligten Bewegung in den Friedensprozess zu bringen. Dazu sei die Nahost-Sicherheits-Konferenz im Juni in Berlin eine Gelegenheit, die nicht ungenutzt bleiben dürfe.
Die Initiative ruft die Bundesregierung dazu auf, die Kontakte zu allen Beteiligten in der Region zu verstärken und auch Länder wie die Türkei mit ihren guten Verbindungen einzubinden.
Präsident Abbas und Verhandlungsführer Ahmad Qurei (Abu Alaa) haben gegenüber der Initiative trotz der schwierigen Ausgangssituation "vorsichtigen Optimismus" geäußert. Der Frieden sei möglich, erklärten sie übereinstimmend. Sie hätten Israel gegenüber aber auch deutlich gemacht, dass die Zeit ein entscheidender Faktor sei - ja, man sei in einem "Wettlauf mit der Zeit". Die Menschen im Westjordanland und in ganz Palästina müssten Erfolge und eine Erleichterung ihrer Situation erkennen können, damit sie die Friedensbemühungen der Fatah weiter unterstützten.
Präsident Abbas betonte gegenüber der DINO-Delegation, eine internationale Friedenstruppe unter europäischer Führung sei von großer Bedeutung für den Prozess. Diese Friedenstruppe könnte die Sicherheitsbelange beider Seiten garantieren und einen Verhandlungserfolg stark unterstützen.
Auch auf israelischer Seite würde der Einsatz einer internationalen Friedenstruppe teilweise begrüßt und unterstützt. Der frühere Industrieminister und heutige Knesset-Abgeordnete Ran Cohen sowie der frühere israelische Botschafter in der Bundesrepublik, Avi Primor, äußerten sich zustimmend. Dies sei zumindest ein Weg, die Wahrung der unabdingbaren Sicherheitsaspekte Israels nachhaltig zu flankieren. Die Truppe müsste nach Auffassung Primors ein robustes Mandat haben und Sicherheit erzwingen können. Nach den zahllosen Anschlägen der Vergangenheit, sei die Sicherheitslage für die israelischen Bürger von entscheidender Bedeutung.
Vor dem Hintergrund dieser Diskussionen hat sich die Initiative ein Bild von der der Mauer und den israelischen Sperranlagen machen können. Sie versteht die Argumente Israels für die Errichtung der Anlagen und die Hinweise darauf, dass seit ihrer Errichtung die Zahl der Anschläge drastisch gesunken ist. Insofern sei Israel grundsätzlich beizupflichten.
Die Initiative hat aber zugleich den Eindruck gewonnen, dass der Verlauf des Zauns häufig nicht unter Sicherheits-, sondern unter Landnahme-Aspekten geplant worden ist. Vor allem die Bewohner des Westjordan-Landes werden auf weiten Strecken teilweise erheblich benachteiligt und zusammen mit einer Vielzahl von Checkpoints - auch fern der Grenze zu Israel- in der Bewegungsfreiheit und damit beim wirtschaftlichen Austausch gravierend beeinträchtigt.
DINO setzt sich deshalb dafür ein, dass Bundesregierung und EU diese Argumente bei Gesprächen mit Israel deutlich machen und zu einer Revision aufrufen.
Die Initiative hat sich auch intensiv über die schwierige Lage der christlichen Gemeinschaften im Nahen Osten unterrichtet. Die sieben Mitglieder von DINO haben auf ihrer Reise mit Vertretern von Politik, Gesellschaft und der Kirchen im Westjordanland und in Israel gesprochen. Unter ihnen waren auch der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Manfred Kock, sowie der katholische Geistliche Msgr. Martin Hülskamp.
Der Nahost-Konflikt sei zwar kein religiöser Konflikt, aber Religion spiele im "realen Lebensvollzug der Menschen" eine zentrale Rolle, so der Bischöfliche Offizial in Münster, Monsignore Martin Hülskamp. Die einheimischen Christen seien mittlerweile zu einer kleinen Gruppe zusammengeschrumpft, die "auf der Kippe zwischen Phlegma und Auswanderung" stehe.
Die Abwanderungsbewegung zu stoppen sei nicht nur im Interesse der Ortskirchen, für die es sich dabei um eine echte Überlebensfrage handle: Die reale christliche Präsenz im Heiligen Land bedeute auch für die restliche Welt einen "kurzen Weg innerer Verbundenheit" zu der Krisenregion. Das "einzigartige politisch-religiöse Biotop" im Heiligen Land sei durch das drohende Wegfallen der Christen als kleiner aber bedeutsamer Gruppe zwischen Juden und Muslimen in Gefahr, als "Experimentierfeld" für den Weltfrieden auszufallen, so Hülskamp, der auch Diözesanvorsitzender des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande in Münster ist.
Der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Manfred Kock, bilanziert als evangelischer Vertreter der Initiative das "über das normale Maß hinausgehende Engagement" einzelner palästinensischer Christen, um die "langjährigen Leiden ihrer Mitmenschen trotz zahlloser Schwierigkeiten zu lindern".
So habe ihn das Beispiel der Chefärztin des Caritas Baby Hospitals, Dr. Hiyam Marzuka, beeindruckt, die eine "sichere Karriere in den USA aufgegeben" habe, um den Kindern in ihrer Heimat einen besseren Start in die Zukunft zu ermöglichen. Dieses Engagement entspringe einer "tiefen Verwurzelung im christlichen Glauben".
Gleichzeitig betonte Kock, die christlichen Kräfte müssten "religionskritisch" sein, um dem Missbrauch von Religion für die Begründung von Gewalt oder die Beanspruchung von Land entgegenzuwirken.
Der DINO-Delegation gehörten Manfred Erdenberger, Rudolf Dreßler,
Martin Hülskamp, Manfred Kock, Jürgen Bremer sowie Ulrich Keudel von der
Deutschen Telekom an. Vor Ort nahmen die DINO-Mitglieder Avi Primor und Dr. Mitri Raheb an dem Treffen teil.
Weitere Informationen zum 3. Symposion finden Sie hier.
DINO: Ehrendes Gedenken für Paul Spiegel
Zentralratspräsident wäre heute (31. Dezember 2007)
70 Jahre alt geworden
Der frühere Zentralratspräsident der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, wäre heute (31.12.2007) 70 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass hat DINO-Sprecher Manfred Erdenberger in einem Brief an Spiegels Witwe, Frau Gisele Spiegel, dessen Rolle in der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) gewürdigt. Spiegel gehörte zu den frühen Mitgliedern der Nahost-Initiative.
„Wir gedenken mit Trauer, aber auch mit Respekt Deines Mannes und seiner Arbeit – der besonderen Verbundenheit mit dem Nahen Osten, insbesondere mit Israel. Gleichzeitig fühlen wir uns in Dankbarkeit für sein Engagement für unsere Initiative besonders verbunden“, schrieb Erdenberger.
Er fügte hinzu: „Wir werden uns auf den diversen Veranstaltungen des Jahres 2008 – so, wie auch im abgelaufenen Jahr - in seinem Sinne und vor dem Hintergrund der gemeinsamen Erfahrungen und Diskussionen, die ich mit Paul führen und erleben durfte, besonders erinnern und in den entsprechenden Beiträgen äußern“.
Und er fügte hinzu: „Wir vermissen immer wieder unser DINO-Mitglied Paul Spiegel, besonders an einem Tag wie diesem, den wir so gerne mit ihm in allen Ehren gefeiert hätten.“
Spiegel war am 30. April 2006 nach langer schwerer Krankheit in Düsseldorf gestorben. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen und öffentlichen Ehrungen gehört auch die Einweihung des „Paul-Spiegel-Platzes“ vor der Düsseldorfer Synagoge in diesem Jahr (2007).
DINO: Vergesst Bethlehem nicht - Weihnachten hinter der Mauer
Münster/Weikersheim, 14.12.07
„Erinnert Euch an das kleine Licht,
das von Bethlehem ausging und die Welt erhellte.“
Mit diesem Zitat der palästinensischen Schriftstellerin und Friedensaktivistin Faten Mukarker aus Beit Jala bei Bethlehem begann DINO-Sprecher Manfred Erdenberger am Freitag in Weikersheim seine Rede über Impressionen aus der Geburtstadt Jesu. Erdenberger wörtlich: „Bethlehem ist ein Ort, der wie kein anderer einen solchen Widerspruch zwischen Friedenshoffnung und bitterer Realität verkörpert.“
Bezogen auf die anhaltenden Konflikte in der Region sagte der DINO-Sprecher: „Ich glaube, nur wer die Ursachen beseitigt, kann die Konsequenzen beherrschen. Das lehrt uns der Terror weltweit: Hunger und Unterdrückung, kein Obdach und keine Bildung, keine Rechte und keine Ressourcen führen in Perspektivlosigkeit, Wut und Verzweiflung. Die wiederum entladen sich immer wieder in Hass und Gewalt. Niemand darf – und sei es aus Selbstgerechtigkeit - Ursache und Wirkung verwechseln“.
Erdenberger erinnerte an die Prämissen des Westfälischen Friedens, denen sich auch DINO verpflichtet fühlt: „Pax optima rerum“ – der Friede ist das höchste Gut“, „Befleißigt Euch der Gerechtigkeit, die ihr auf Erden richtet... “ und „Man höre beide Parteien“. Er fügte hinzu: Diese drei schlichten Sätze, die der Schlüssel zum Frieden von 1648 waren, könnten noch heute als Gebrauchsanweisung für die Vereinten Nationen und andere Gremien und Regierungen dienen. Und sie wären vielleicht auch eine Brücke zum Nahost-Konflikt.
Erdenberger sprach auf der Jahresversammlung des deutschen Fördervereins Dar al Kalima unter dem Titel: „O Bethlehem, Du kleine Stadt“. Dar al Kalima ist als Modellschule eine Einrichtung des Internationalen Begegnungszentrum in Bethlehem, das vom DINO-Mitglied und Pfarrer Dr. Mitri Raheb geleitet wird.
Die Rede von Manfred Erdenberger finden Sie hier.
DINO: Beirat und Förderverein gegründet
Rita Süssmuth erste Beiratsvorsitzende
Münster/Köln, 3.12.07 – Erste Vorsitzende des neu gegründeten Beirates der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) ist Frau Prof. Dr. Rita Süssmuth, die frühere Bundestagspräsidentin. Stellvertretender Vorsitzender ist Dr. Rudolf Wansleben, Rechtsanwalt und Generalsekretär des Lazarus-Ordens.
„Wir freuen uns sehr“, so Manfred Erdenberger, Sprecher der Initiative, „dass sich mit Frau Prof. Dr. Süssmuth eine so außerordentlich profilierte Persönlichkeit für den Vorsitz des Beirats zur Verfügung gestellt hat. Mit Dr. Wansleben haben wir einen ebenso profunden und kompetenten Stellvertreter gefunden.“
Der Beirat soll die Zusammenarbeit mit den vielen Organisationen, Institutionen und Persönlichkeiten koordinieren, die sich inzwischen für ein gemeinsames Engagement zusammen mit DINO in der Friedensarbeit für den Nahen Osten interessieren.
Gleichzeitig hat sich der als gemeinnützig anerkannte "Förderverein Deutsche Initiative für den Nahen Osten e.V." gegründet. Der Verein soll u.a. die finanziellen Voraussetzungen für die vielfältigen Aufgaben der Initiative schaffen.
DINO: Historische Chance für den Frieden nutzen
Köln/Münster, 29.11.07 - Als "historische Chance für eine Friedenslösung" hat der Sprecher der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO), Manfred Erdenberger, die Ergebnisse von Annapolis bezeichnet. Die Erklärungen auf der Konferenz und die folgenden Gespräche im Weißen Haus müssten nun möglichst rasch umgesetzt werden und zu einer dauerhaften, gerechten Lösung der seit 60 Jahren anhaltenden Probleme in der Region führen.
Annapolis und Washington aber seien nur die ersten Stationen auf dem langen Friedensweg, zu dem es freilich keine Alternative gebe. Alle Beteiligten des Treffens, vor allem aber das Nahost-Quartett, dürften nun die beiden bisherigen Kontrahenten Israel und Palästina in dieser schwierigen Phase nicht allein lassen. Auch den Deutschen komme dabei eine ganz besondere Bedeutung zu. Deren Solidarität mit Israel, aber gleichzeitig auch die Verantwortung für das Schicksal der Palästinenser seien unstrittig.
Der DINO-Sprecher fügte hinzu: Nicht zuletzt durch die Teilnahme der Arabischen Liga sei die Basis für eine solche Übereinkunft größer als je zuvor.
Vor allem die Teilnahme Syriens eröffne neue Möglichkeiten, mit einem potentiellen Partner in der Region wieder ins Gespräch zu kommen. Erdenberger sagte weiter, er fühle sich in seinen Eindrücken vom September dieses Jahres bestätigt, in denen er in dem Land neue Signale der Übernahme von Mitverantwortung wahrgenommen habe.
DINO: Syrien sollte positive Rolle in Nah-Ost übernehmen
Köln/Münster, 9.10.07 - Eine optimistische Einschätzung der potentiellen Rolle Syriens in einem Nah-Ost-Friedensprozess hat der Sprecher der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO), Manfred Erdenberger, nach einer Gesprächsreise in die Region geäußert. Er zeigte sich ebenso wie DINO-Mitglied Msgr. Martin Hülskamp (Deutscher Verein vom Heiligen Land, Münster) zuversichtlich, dass Syrien durch eigene Beiträge einen Beitrag zum Friedensprozess leisten könne.
Syrien solle auch seine Bereitschaft dokumentieren, eine positive Rolle übernehmen zu wollen und dies durch aktive Beiträge deutlich machen. Erdenberger und Hülskamp hatten mit Vertretern der Kirchen und der Diplomatie die aktuelle Situation in der Region erörtert.
Zu Gesprächspartnern zählten neben dem griechisch-melkitischen Patriarchen, Gregorios III., der Botschafter des Vatikans in Syrien, Nuntius Giovanni Battista Morandini, der griechisch-orthodoxe Patriarch Ignatios IV. Hazim in Damaskus und der melkitisch griechisch-katholischer Erzbischof von Aleppo, Metropolit Jean-Clement Jeanbart. Die Kirchenvertreter betonten die besondere Bedeutung des friedlichen Miteinanders der Religionen in Syrien als eine der Voraussetzungen für einen gerechten und dauerhaften Frieden.
Unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Syrien hat Erdenberger der syrischen Ministerin für Emigranten, Dr. Butheina Shaban, und dem Botschafter Syriens in Berlin, Dr. Hussein Omran, sowie Mitgliedern der Deutsch-Syrischen Gesellschaft in Bonn die DINO-Initiative vorgestellt. Einig war man sich in der Beurteilung, dass ein Frieden nur durch Verhandlungen und nicht durch Krieg und Terror geschaffen werden könne. Ziel müsse es sein, Brücken zu bauen und durch politische und wirtschaftliche Stabilität den Frieden vorzubereiten.
Olmert und Abbas: Respekt und Anerkennung für DINO
Münster, 21. September 2007 - Respekt und Anerkennung für das Engagement und die Ziele der Deutschen Initiative für den Nahen Osten haben der israelische Premierminister Ehud Olmert und der Präsident der palästinensischen Autonomie-Behörde, Mahmoud Abbas, ausgesprochen.
In einem Schreiben an das DINO-Mitglied und früheren Außenminister Dr. Klaus Kinkel gab Olmert seine Hoffnung zum Ausdruck, dass DINO und seine Aktivitäten Früchte tragen werden. Er habe, so Olmert, keinen Zweifel, dass die Botschaft von DINO Aufmerksamkeit in der Welt finden werde.
Präsident Abbas verband sein Grußwort zum 2. DINO-Symposion in Köln mit dem Wunsch, dass die Initiative ein Brückenpfeiler zum Frieden sein möge. Die Mitglieder fänden Gehör und dies sei sehr wichtig „wichtig für uns Palästinenser, wichtig für die Israelis und den gesamten Nahen Osten“. Abbas sicherte der Initiative in seiner Botschaft ausdrücklich seine Unterstützung zu.
Nahost-Symposion zur humanitären Situation in der Region
Köln, 29. August 07 - Die humanitäre Lage in der Nahost-Region sowie der Konflikt zwischen den palästinensischen Gruppierungen stehen im Mittelpunkt des zweiten Symposions der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) am Samstag in Köln. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des Kölner OB Fritz Schramma.
So spricht der Leiter des Kompetenzzentrums für Humanitäre Hilfe an der FH Münster, Prof. Dr. Joachim Gardemann über "Humanitäres Handeln als grundlegendes Element aller Weltreligionen."
Über die Situation der Palästinenser wird der außenpolitische Berater von Präsident Mahmud Abbas, Abdallah Frangi, in einem Impulsreferat informieren.
Zur humanitären Lage der Region wird der Griechisch-Katholische Patriarch von Antiochien, dem ganzen Orient, von Alexandrien und Jerusalem, Gregorios III., Stellung beziehen.
Über die schwierige Arbeit der Kölner Städtepartnerschaftsvereine mit Bethlehem und Tel Aviv-Yafo werden Heinz-Rudolf Hönings (Geschäftsführer des Partnerschaftsvereins Köln-Bethlehem) und Monika Möller (Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Köln-Tel Aviv-Yafo), berichten.
Vertieft wird das Thema in einer Podiumsdiskussion mit Abdallah Frangi, Patriarch Gregorios III. sowie dem früheren deutschen Botschafter in Israel, Rudolf Dressler, sowie Prof. Gardemann, FH Münster. Moderiert wird die Veranstaltung, die auch vom DLF als Aufzeichnung übertragen wird, vom Sprecher der Initiative und früheren WDR-Chefredakteur, Manfred Erdenberger.
Hohe Auszeichnung für DINO-Sprecher
Münster, 02. Mai 2007 - Der Sprecher der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO), Manfred Erdenberger, ist mit der Crusaders Medal Award, der Pilgermedaille des Lazarus-Ordens, ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung wurde ihm von Patriarch Gregorios III. (Damaskus), persönlich überreicht, der auch Mitglied der Initiative ist.Der Patriarch würdigte in seiner Eigenschaft als Geistlicher Protektor des Lazarus-Ordens Erdenbergers Einsatz für die Friedensbemühungen im Nahen Osten und seine damit verbundenen vielfachen Reisen in die Region, insbesondere nach Jerusalem. Erdenberger gehört seit 2006 auch dem Lazarus Orden im Range eines Commanders an.
Salim Abdullah neues Mitglied der Deutschen Initiative für den Nahen Osten
Erdenberger: „Muslimisches Mitglied ist eine Bereicherung“
Münster, 20. April 07 – Neues Mitglied der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) ist der Seniordirektor des Zentralinstitut Islam-Archiv Deutschland und früheres Mitglied des Islamischen Weltkongresses, Muhammad Salim Abdullah. DINO-Sprecher Manfred Erdenberger begrüßte die Bereitschaft Abdullahs, in der Initiative für den Nahen Osten mitzuwirken. Erdenberger:“ Es ist eine Bereicherung unserer Arbeit, dass wir einen so hervorragenden Vertreter der muslimischen Gemeinden zur Mitarbeit in unserer interreligiösen und überparteilichen Initiative gewinnen konnten. Der Lebensweg Abdullahs dokumentiert, dass er wie die übrigen Mitglieder hinter den Friedenszielen der Initiative steht.“
Muhammad Salim Abdullah ist bosnisch-herzegowinischer und deutscher Staatsbürger. Als sunnitisch-hanafitischer Muslim arbeitet er als Journalist und Fachreferent für Islam im ökumenischen Bereich (er arbeitet mit an der Entwicklung des Lehrplans für islamischen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen und ist mitverantwortlich für die theologische Ausbildung türkischer Lehrerinnen und Lehrer/Moderatoren am nordrhein-westfälischen Landesinstitut für Schule und Weiterbildung). Als Redakteur zeichnet er verantwortlich für die „Moslemische Revue“ und den Nachrichtendienst „Islam-Echo“. Salim Abdullah ist zugleich Seniordirektor des 1927 in Berlin gegründeten Zentralinstitut Islam-Archiv-Deutschland, auf dessen Initiative 1986 in Berlin der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland gegründet worden war.
Abdullah war Mitbegründer der 1982 entstandenen Christlich-Islamischen Gesellschaft, deren Ehrenvorsitzender er heute ist. Salim Abdullah war Mitglied des Islamischen Weltkongresses, gehörte lange Jahre dem Exekutivrat des Kongresses an, vertrat den Kongress bei den Vereinten Nationen und bekleidete zuletzt das Amt eines seiner Vizepräsidenten. Zusammen mit Adel Theodor Khoury ist er Herausgeber eines deutsprachigen Korans, der heute selbst bei der Zitation in deutschen Veröffentlichungen saudiarabischer Institutionen gebraucht wird.
DINO: Gemeinsame Friedensinitiativen stärken
Münster, 15. April 07 - Für eine verstärkte Zusammenarbeit der verschiedenen Initiativen für Friedensbemühungen im Nahen Osten hat der Sprecher der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO), Manfred Erdenberger, plädiert.
Der DINO-Gründer und frühere WDR-Chefredakteur erklärte auf einer Konferenz in der Ev. Akademie Arnoldshain (Taunus), angesichts des „weit geöffneten Friedensfensters“ seien mehr denn je „gemeinsame Beiträge der Zivilgesellschaft nötig, die Chancen und Möglichkeiten dieses Prozesses zu stärken“.
Vordringliche Aufgabe sei es, die Lebensverhältnisse der betroffenen Menschen nachhaltig und dauerhaft zu verbessern.
Erdenberger regte einen intensiveren Informationsaustausch unter den Gruppen unter Einbeziehung ihrer jeweiligen Links und Netzwerke an.
Auf der Konferenz unter dem Titel „Verantwortung für den Frieden im Nahen Osten – Lernen von InnovatorInnen“ präsentierten sich drei Tage lang verschiedene religiöse und andere Gruppen. Sie diskutierten die aktuelle Situation im Nahen Osten und tauschten ihre Erfahrungen und Aktionen zu diesem Thema aus.
Erdenberger: Hoffnungsvolle Signale für Nah-Ost
Münster, 3. April 2007 - Als hoffnungsvolle Signale für die krisenhafte Nah-Ost-Region bewertet die Deutsche Initiative für den Nahen Osten (DINO) neue Initiativen wie aus Saudi-Arabien und von der deutschen EU-Präsidentschaft unter Angela Merkel. Damit sei zumindest ein „Fenster für den Frieden“ in der Region weit geöffnet. Wie ihr Sprecher Manfred Erdenberger erklärte, könnten die Aussichten für eine friedliche, gerechte und dauerhafte Lösung der Probleme nach langer Zeit wieder optimistischer beurteilt werden.
Hintergrund dafür seien die gemeinsamen Bemühungen verschiedener Partner, die von dem saudischen Herrscherhaus über die EU-Ratspräsidentschaft unter der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, den israelischen Ministerpräsidenten Olmert, der gemäßigten palästinensischen Führung bis zur Arabischen Liga und dem Internationalen Nahost-Quartett reichen.
Jetzt gelte es, so Erdenberger, „diese Möglichkeiten zu nutzen, um der aufkeimenden Friedenshoffnung weitere und nachhaltige Nahrung zu geben.“ Nur wenn sich alle Beteiligten in der Region ihrer Verantwortung bewusst seien, könne es Fortschritte im Friedensprozess und damit Hoffnung für die Menschen in Israel und Palästina, aber auch in den anderen Staaten der Region geben.
DINO setzt sich als überparteiliche und interreligiöse Initiative für eine gerechte und dauerhafte Friedenslösung im Nahen Osten ein. Mit Sitz in Münster fühlen sich ihre Mitglieder den Prämissen des Westfälischen Friedens von 1648 besonders verbunden, der als Beispiel auch für den Nahostkonflikt dienen könnte.
Botschafter des Friedens gesucht
Hamm, 17. März 2007 - Für vermehrte Anstrengungen, auf allen Ebenen nach Lösungen für einen gerechten Frieden im Nahen Osten zu suchen, hat sich der Sprecher der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO), Manfred Erdenberger, ausgesprochen. Bei der Eröffnung der Woche der Brüderlichkeit in Hamm sagte er: „Es gibt keine Alternative zum Frieden! Das genau ist die Botschaft, die jetzt viele Botschafter braucht.“
Er plädierte dafür, trotz andauernder Probleme „angesichts der Hoffnungslosigkeit Hoffnung zu wecken; Versöhnung zu predigen, wo sich Verzweiflung ausbreitet, um Verständnis zu werben, wo Verständnislosigkeit herrscht, und Worte zu wechseln, wo Sprachlosigkeit an der Tagesordnung ist.“
Was die teilweise geäußerte Kritik an Israel angeht, zitierte Erdenberger den früheren EKD-Ratsvorsitzenden, DINO-Mitglied Manfred Kock: „Kritische Fragen und Widerspruch gegenüber der Politik der demokratisch gewählten israelischen Regierung müssen selbstverständlich geäußert werden können.
Doch kommt es dabei auf Sachlichkeit und Verhältnismäßigkeit an, und die Situation Israels in einer politischen Krisenregion und seine Bedrohung durch den Terrorismus müssen dabei besonders beachtet werden.“
Erdenberger fügte hinzu: „Kritik an sich ist nicht antisemitisch, schon gar nicht, wenn sie sich gegen den Staat Israel richtet und nicht gegen das Judentum.“
Der DINO-Sprecher sagte in seiner Rede, nur wer die Ursachen für Terror und Extremismus beseitige, könne die Konsequenzen beherrschen. Und wörtlich: „Niemand darf – und sei es aus Selbstgerechtigkeit - Ursache und Wirkung verwechseln.“
Clement unterstützt Deutsche Initiative für den Nahen Osten
Münster, 12. Februar 2007 - Mit dem früheren NRW-Ministerpräsidenten und Bundeswirtschaftsminister a.D. Wolfgang Clement hat die Deutsche Initiative für den Nahen Osten (DINO) ein weiteres Mitglied gewonnen. Die im Herbst 2006 in Münster gegründete Organisation will alle Bemühungen um Verständigung, Ausgleich und Frieden im Nahen Osten unterstützen. Sein Engagement bei der Initiative begründete Clement wörtlich: "Zu meinem Selbstverständnis als Deutscher gehört mein Eintreten für das Existenzrecht Israels. Dies aber setzt voraus, dass im Nahen Osten endlich die Waffen aus den Händen gelegt werden, dass es zum Friedensschluss zwischen Israelis und Palästinensern kommt. Ohne einen wesentlich nachhaltigeren Beitrag als bisher von uns Europäern, ganz besonders von uns deutschen Europäern wird das kaum gelingen. Darauf möchte ich gemeinsam mit ähnlich Denkenden gern mit meinen bescheidensten Möglichkeiten hinzuwirken versuchen, deshalb unterstütze ich die Deutsche Initiative für den Nahen Osten." Der Initiative gehören ferner an: Manfred Erdenberger, Sprecher der Initiative, früherer WDR-Chefredakteur Prof. Dr. Rita Süßmuth, ehemalige Bundestagspräsidentin, Avi Primor, langjähriger Botschafter Israels in Deutschland, Seine Seligkeit Gregorios III., Griechisch-Katholischer Patriarch von Antiochien und den ganzen Orient, von Alexandrien und von Jerusalem, Manfred Kock, früherer Ratsvorsitzende der EKD in Deutschland, Dr. Mitri Raheb, Bethlehemer Pfarrer der Ev.-Luth. Weihnachtskirche und Direktor des Internationalen Begegnungszentrums, Msgr. Martin Hülskamp, Bischöflicher Offizial, Bistum Münster, Jürgen Bremer, Geschäftsführer der Initiative und Kommunikationschef des Fernsehsenders PHOENIX, Rudolf Dressler, langjähriger Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Israel, Dr. Klaus Kinkel, langjähriger Außenminister und Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland, Vorsitzender der Stiftung Deutsche Telekom. Ende Januar 2007 hatte die Initiative mit ihrem ersten Symposion eine Bilanz der Situation im Nahen Osten gezogen und über weitere Schritte der Begleitung von Friedensinitiativen beraten.
1. Symposion Initiative am 26./27. Februar in Münster
Münster, 28. Januar 2007 - Ein verstärktes Engagement der Europäischen Union in der Nahost-Frage hat der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses des Europa-Parlaments, Elmar Brok, angekündigt. Zum Auftakt eines Symposions der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) in Münster wies Brok am Wochenende ebenso wie der frühere deutsche Botschafter in Israel, Rudolf Dressler, darauf hin, dass das Zeitfenster für konstruktive und erfolgreiche Lösungsansätze im Nahen Osten sehr klein sei. Brok unterstrich weiter, dass er den Ansatz unterstütze, Friedensmöglichkeiten mit Hilfe des Nahost-Quartetts aus Vertretern aus den USA, Russland, UN und EU auszuloten. Alleingänge wie der Besuch der US-Außenministerin in der Region seien dagegen kein Schritt in die richtige Richtung. Allein seien dort auch die USA keine Autorität mehr. Nur in der Mischung, in der Gemeinsamkeit des Auftritts erwachse in der Region Glaubwürdigkeit auf Sicherheitsgarantien für einen lebensfähigen palästinensischen Staat und die Sicherheit Israels. Syrien bezeichnete der Ausschussvorsitzende als ein Schlüsselland, das mit wesentlichen ökonomischen Vorteilen für eine Lösung gewonnen werden sollte.
Dressler warnte auf dem Nahost-Symposion eindringlich davor, Zeit zu verlieren. Er wies in diesem Zusammenhang auf die demografische Entwicklung im Nahen Osten und in Israel hin. In naher Zukunft sei die Mehrzahl der Bewohner palästinensischer Herkunft. Wenn, so Dressler, dies nicht dazu führen solle, dass in Israel eine Minderheit die Mehrheit beherrsche, so müsse bald ein palästinensischer Staat geschaffen werden - „und zwar ein lebensfähiger“. Ansonsten könne eine Apardheits-Politik wie im früheren Südafrika die Folge sein. Voraussetzung für alle Lösungswege sei aber, dass die Existenz und die Sicherheit Israels von allen Seiten garantiert und akzeptiert werde. Ruprecht Polenz, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, unterstrich auf der Tagung, dass die israelische Siedlungspolitik „unter keinen Umständen“ hilfreich sei. Die Internationale Gemeinschaft müsse deutlich machen, dass der Siedlungsausbau auch ohne Gegenleistung der Palästinenser aufhören müsse.
Für die Nahost-Initiative warb der frühere EKD-Ratsvorsitzende Manfred Kock für „nüchterne, pragmatische Lösungen“. Dabei komme man an einer kritischen Betrachtung des Religiösen nicht vorbei. Der Staat als politische Realität dürfe nicht religiös überhöht werden. Als Vertreter der Nahost-Initiative sprach sich Kock für einen „nüchternen Ausgleich“ der Interessen aus und forderte einen vereinten Druck des Nahost-Quartetts, um den Frieden in der Region zu sichern. Zugleich wies er darauf hin, dass man das Nahost-Problem nicht betrachten könne, ohne auch die Politik Israels kritisch zu betrachten. Dabei mahnte er zugleich Sachlichkeit und Sachgerechtigkeit an. Die Situation Israels in einer politischen Krisenregion und seine Bedrohung durch den Terrorismus müssten besonders berücksichtigt werden. Zugleich warnte er Kritiker davor, durch eine falsche Terminologie dem Antisemitismus neue Nahrung zu geben.
Offizielle Eröffnung der DINO-Geschäftsstelle
Münster, 17. Januar 2007 - An diesem Tag wurde die im Herbst vergangenen Jahres in Münster gegründete Deutsche Initiative für den Nahen Osten (DINO) ihre Geschäftsstelle in der Stadt des Westfälischen Friedens eröffnet. Dank der Unterstützung der Deutschen Telekom ist damit eine solide Grundlage für Arbeit der Initiative in Münster geschaffen worden. Gleichzeitig wurde die Homepage freigeschaltet, die ebenfalls mit Unterstützung der Deutschen Telekom erstellt worden ist.
DINO-Mitglied Mitri Raheb erhält Friedenspreis
Münster, 12.November 2006 – Die Auszeichnung ihres Gründungsmitglieds Mitri Raheb mit dem internationalen Friedenspreis des Zentralinstitut Islam-Archiv ist nach Auffassung der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) eine großartige Würdigung der eindrucksvollen Arbeit des Pfarrers der Bethlehemer Weihnachtskirche. Die im September in Münster gegründete Initiative sieht in der Ehrung ihres Mitglieds auch einen Ansporn für ihre weitere eigene Arbeit. In der Laudatio unterstrich DINO-Sprecher Manfred Erdenberger, dass das Eintreten Rahebs für Verständigung, Toleranz und Frieden im Nahen Osten genau mit den Zielen der Initiative übereinstimme. Erdenberger bekräftigte, dass die Initiative Mitri Raheb bei seiner schwierigen Arbeit in Bethlehem weiter fördern werde. Das mutige Eintreten des palästinensischen Theologen für den Dialog zwischen Christen, Juden und Moslems unter oft schwierigsten Bedingungen sei jede Unterstützung wert.
Initiative für Nahen Osten in Münster gegründet
Westfälischer Frieden Vorbild für Initiative "Gerechte Wege zum Frieden“
Münster, 1. September 2006 - Die Prämissen des Westfälischen Friedens von 1648 hat sich die neu gegründete "Deutsche Initiative für den Nahen Osten" (DINO), zum Vorbild für ihr Engagement genommen, Wege und Vorstöße zu einem gerechten Frieden im Nahen Osten zu unterstützen. Wie der Sprecher der Initiative, der frühere WDR-Chefredakteur Manfred Erdenberger, in Münster erläuterte, will die überparteiliche und interreligiöse Initiative mit einem Netzwerk von engagierten Menschen aus allen Bereichen den Versuch unternehmen, durch Aufklärungsarbeit das Verständnis für die komplizierten Zusammenhänge im Nahen Osten zu fördern sowie Vorbehalte und Intoleranz gegenüber allen Konfliktparteien abbauen.
Es sollen Informationen gesammelt, weitergegeben und Partner motiviert werden sich aktiv zu beteiligen. Mindestens einmal im Jahr sowie bei aktuellen Anlässen wird die Initiative die Situation im Nahen Osten öffentlich rekapitulieren und auf Möglichkeiten zu Fortschritten hinweisen.
Ziel sei es, die drei Kernforderungen des Westfälischen Friedens "Friede ist das höchste Gut“, "Befleißigt Euch der Gerechtigkeit, die Ihr auf Erden richtet" und "Man höre beide Parteien“ auch im Nahen Osten Gehör zu verschaffen. Deutschland kommt nach Auffassung der Initiative eine besondere Verantwortung zu. Deshalb bedürften die Menschen dieser krisengeschüttelten Region mehr denn je und angesichts der aktuellen Entwicklungen Unterstützung über die tagespolitischen Aspekte hinaus.
Mitglieder der Initiative, die ihren Sitz in Münster nehmen wird, sind
Manfred Erdenberger, Sprecher der Initiative, früherer WDR-Chefredakteur
Prof. Dr. Rita Süssmuth, ehemalige Bundestagspräsidentin,
Avi Primor, langjähriger Botschafter Israels in Deutschland,
Seine Seligkeit Gregorius III., Griechisch-Katholischer Patriarch von Antiochien und den ganzen Orient, von Alexandrien und von Jerusalem,
Manfred Kock, früherer Ratsvorsitzende der EKD in Deutschland,
Dr. Mitri Raheb, Bethlehemer Pfarrer der Ev.-Luth. Weihnachtskirche und Direktor des Internationalen Begegnungszentrums,
Msgr. Martin Hülskamp, Bischöflicher Offizial, Bistum Münster,
Jürgen Bremer, Geschäftsführer der Initiative und Kommunikationschef
des Fernsehsenders PHOENIX,
Rudolf Dressler, langjähriger Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Israel,
Dr. Klaus Kinkel, langjähriger Außenminister und Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland, Vorsitzender der Stiftung Deutsche Telekom.
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