DINO: Mehr Partnerschaften schaffen Frieden und Verständigung

Münster, 14.7.2010 - Anlässlich der soeben verabschiedeten Städtepartnerschaft zwischen Bergisch Gladbach und dem palästinensischen Beit Jala hat sich DINO, die Deutsche Initiative für den Nahen Osten, für mehr Partnerschaften zwischen deutschen, palästinensischen und israelischen Städten ausgesprochen.

DINO-Sprecher Manfred Erdenberger sagte, mit jeder neuen Verbindung schaffe man neue Wege zu Frieden und Verständigung in der Konfliktregion Naher Osten. Persönliche Beziehungen und Begegnungen seien ein unverzichtbarer Bestandteil praktischer Friedensarbeit in dieser schwierigen Phase des noch immer ungelösten Konfliktes zwischen Israel und seinen Nachbarn, insbesondere zu Palästina.

Bisher unterhält nur Köln eine Städtepartnerschaft mit einer palästinensischen Stadt, nämlich Bethlehem, gleichzeitig aber auch zu Tel Aviv, womit eigentlich ein Dreierbündnis für den Frieden möglich sein sollte. DINO appellierte insbesondere an die vielen deutschen Städte, die seit vielen Jahren mit israelischen Städten eine Partnerschaft unterhielten, ihr Angebot zur Unterstützung zwischenmenschlicher Kontakte und damit zum Abbau von Vorurteilen und für ein besseres Verständnis um palästinensische Städte und Gemeinden zu erweitern.

Weitere Informationen zur Städtepartnerschaft finden Sie hier

DINO gratuliert Msgr. Hülskamp

Münster, 9. Juli 2010 - Zur Feier des Silbernen Priesterjubiläums von Msgr. Martin Hülskamp im Dom zu Münster am 11. Juli 2010 hat DINO-Sprecher Manfred Erdenberger dem Gründungsmitglied der Deutschen Initiative für den Nahen Osten herzlich gratuliert.

Er schrieb ihm u.a.:

„Das Jubiläum ist gleichzeitig die Gelegenheit, Dir zu danken für Deinen unermüdlichen Einsatz , den Du für unsere (gemeinsame) Initiative seit Gründung geleistet hast. Dazu gehören auch die regelmäßige Teilnahme an Veranstaltungen der Initiative sowie die Reisen in den Nahen Osten. Dein besonderes Engagement für die schwer geprüften Menschen in der Region wird auch durch Deine Verpflichtungen im Rahmen der Ämter als Prior der Komturei St. Ludgerus Münster des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem sowie als Vorsitzender des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande/Diözesanverband Münster deutlich.

Dazu kommen die Aufgaben u.a. an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und als Geistlicher Beirat des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU) in der Diözese Münster. Ich weiß, dass solche Aufgaben die übrigen Tätigkeiten als Domkapitular und Offizial des Bistums Münster und als künftiger Leiter des Katholischen Büros NRW, des Kommissariats der Bischöfe in Nordrhein-Westfalen, nicht einfacher machen. Aber gerade dadurch wird das persönliche Engagement umso wertvoller und bedeutsamer.“


DINO bestürzt über die Konfrontation vor Gaza

„Israelischer Angriff auf die Friedensbemühungen“


Münster, 31.05.10 - Mit tiefer Bestürzung hat DINO, die Deutsche Initiative für den Nahen Osten, auf die offene Konfrontation vor Gaza durch die Israelische Marine reagiert.

DINO-Mitglied Avi Primor erklärte zu den Konsequenzen des „schockierenden Vorfalls“: „Das alles ist die Konsequenz einer verfehlten israelischen Gaza-Politik. Jetzt ist der amerikanische Präsident Obama besonders gefordert. Hilfreich wäre eine klare Ansage gegenüber dem israelischen Premier Netanyahu, der am Dienstag im Weißen Haus weilt. Im Übrigen: Seit Jahrzehnten wissen wir alle, wie ein Friedensvertrag nach direkten Verhandlungen aussieht – jetzt plötzlich sind wir in 'indirekten Gesprächen‘ und vom Frieden weiter entfernt denn je. Das ist doch völlig irreal.“

DINO-Mitglied Moshe Zimmermann, Historiker an der Hebräischen Universität in Jerusalem, kommentierte die Aktion mit den Worten: „Es war leider wieder ein typisch israelischer Versuch, Gewalt statt Vernunft anzuwenden.“

(Kommentar 01.06.2010)

DINO-Mitglied Rudolf Dreßler hierzu:

"Tatsachen sind:

Der israelischen Seite war bekannt, dass es sich ausschließlich um Hilfsgüter handelte, dass die Aktion - man kann es durchaus Provokation nennen - der Aktivisten, gegen die Schließung der Gaza-Grenzen auch für humanitäre Güter, gerichtet war.

Der Vorfall hat die Forderung (u.a. von Frau Merkel und der spanischen Ratspräsidentschaft) nach "umfassender Untersuchung mit internationaler Beteiligung" nach sich gezogen. Der erste Härtetest für die israelische Regierung. Falls sie dies ablehnt - wie in vergangenen Fällen - hat Israel ein weiteres Problem.

Der Staat Israel steht in der Gefahr internationaler Isolierung. Israel benötigt Freunde und besorgt sich immer mehr Kritiker und Gegner.

Israelische Politik sieht alles aus dem Blickwinkel der Bedrohung. Die Selbstwahrnehmung der israelischen Politik driftet immer mehr von der Fremdwahrnehmung der Staatengemeinschaft weg. Statt die Kluft zu schließen, mindestens zu verkleinern, vergrößert Israel die Kluft.

Es droht dem Staat Israel schwerer Schaden im Kampf um seine Existenzberechtigung."

(Kommentar, 01.06.2010)

Abdallah Frangi, der Berater des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas, erklärte gegenüber DINO, trotz des schweren Zwischenfalles seine Bereitschaft zur Fortsetzung der indirekten Friedensgespräche. Er bekräftigte, nun sei Präsident Obama in besonderem Maße gefordert, entschlossen gegenzusteuern. Abbas, der nächste Woche in Washington eintreffen wird, werde dem Präsidenten noch einmal die kritische Situation für alle Beteiligten deutlich machen. Gleichzeitig verwies Frangi auf die von Abbas geforderte Sitzung des Weltsicherheitsrates und der Arabischen Liga, deren Außenminister morgen zusammen kommen.

DINO-Sprecher Manfred Erdenberger bewertete den Zusammenstoß in der Wirkung wie einen „Angriff auf die aktuellen Friedensbemühungen“, die sich unter amerikanischer Vermittlung in indirekten Gesprächen zwischen den Konfliktparteien auf konkrete Ergebnisse in den kommenden vier Monaten konzentrieren sollen. Aktionen wie die aktuelle könnten die Hoffnungen auf eine rasche Lösung zunichte machen.Er verwies weiterhin auf die kritischen Stellungnahmen europäischer Außenminister, darunter Guido Westerwelle und der luxemburgische Vertreter Jean Asselborn.

Asselborn, der in engem Kontakt mit DINO steht, sagte auf einer internationalen Konferenz in Kampala/Uganda wörtlich:„Ich verurteile die Verantwortlichen des Überfalls auf die Flotte „Gaza“, bei dem heute Morgen 15 Menschen in internationalen Gewässern des Mittelmeers getötet wurden. Ich fordere, dass die Verantwortlichen dieses unverständlichen Aktes vor ein internationales Gericht gestellt werden. Diese Flotte ist an erster Stelle ein Symbol der internationalen Solidarität zur Hilfe der Öffnung des Gaza-Streifens, der als Folge des Krieges im Dezember 2008/Januar 2009 geschlossen wurde. Muss man daran erinnern, dass 1,5 Millionen Palästinenser die Gefangenen dieser Situation sind?Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu erklärte vor zwei Tagen in Kanada, seine Aufgabe als Premierminister bestehe darin, das Überleben von Israel zu garantieren. Dies ist eine gerechte und legitime Behauptung. Jedoch wird diese Garantie nie Wirklichkeit werden, wenn sie gegen die primären Interessen der Palästinenser gelenkt wird, in Würde in einem souveränen Staat aus Westjordanland Gaza und Ost-Jerusalem zu leben.“

DINO appellierte an die Verantwortlichen beider Seiten aber auch an die internationale Gemeinschaft, alles zu unternehmen, um keine weiteren Rückschläge für den zwingend erforderlichen Friedensprozess zu provozieren.


Weitere Stimmen:

Rudolf Dreßler im Interview mit den Nürnberger Nachrichten

DINO gratuliert Primor

Münster, 08.04.2010:

Aus Anlass des 75. Geburtstages hat DINO-Sprecher Manfred Erdenberger seinem Mitglied Avi Primor gratuliert. Die Deutsche Initiative für den Nahen Osten (DINO) wünscht ihm aus diesem Anlass alles erdenklich Gute, vor allem aber Gesundheit – dazu Erfolg für sein persönliches Engagement auf den verschiedensten Feldern, nicht zuletzt für DINO.

Letzteres ist ein weiterer Grund Dank zu sagen: Die Tatsache, dass Avi Primor von Anbeginn zu den DINO-Mitgliedern zählt, ist für die Initiative mit ihren anspruchsvollen Aufgaben und (für die Menschen der Region notwendigen) Anstrengungen eine große Hilfe und ein positives Signal.

Dahinter steht seine Lebensleistung als Diplomat, Publizist  und engagierter Bürger Israels nicht zurück. Seine Beiträge auf all den damit verbundenen Feldern werden überall hoch geschätzt – dank langjähriger gemeinsamer Erfahrungen und Treffen innerhalb und außerhalb der Krisenregion Nahost schließt sich Erdenberger dieser Einschätzung dankbar an.

DINO knüpft Kontakte nach Luxemburg

M. Erdenberger, AM J. Asselborn

Münster/Luxemburg, 22.03.2010:

Die seit fast vier Jahren  andauernde Friedensarbeit der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) ist beim luxemburgischen Außenminister Jean Asselborn auf großes Interesse gestoßen.

DINO-Sprecher Manfred Erdenberger hatte bei seinem Besuch im Großherzogtum die Gelegenheit, dem Vize-Premier und Außenminister in einem ausführlichen Gespräch die bisherigen und künftigen Aktivitäten zu erläutern.
Dabei wurde eine große Übereinstimmung in der Beurteilung des aktuellen Friedensprozesses im Nahen Osten deutlich. Beide waren sich darüber einig, dass eine Wiederaufnahme von Friedensgesprächen zwischen Israel und den Palästinensern mit Blick auf die schwierige Lage für die Menschen in der Region trotz der aktuellen Dissonanzen nicht länger verzögert werden darf.

Übereinstimmung gab es auf beiden Seiten auch darüber, dass eine begleitende Hilfe von außen, beispielsweise von den USA, aber auch von der Europäischen Union, unabdingbar ist. Vorbedingungen oder Entscheidungen wie der fortgesetzte Siedlungsbau in Ost-Jerusalem oder in den besetzten Gebieten durch die Israelis seien ebenso kontraproduktiv wie fehlende Sicherheiten für Israel und der andauernde Konflikt zwischen Fatah und Hamas. Es müsse im Interesse beider Seiten liegen, so Asselborn und Erdenberger, dass Palästinenser-Präsident Abbas als glaubwürdiger Verhandlungspartner agieren könne.

Der Außenminister und der DINO-Sprecher vereinbarten, ihre Kooperation mit einem regelmäßigen Informationsaustausch mit Blick auf den Nahen Osten und die Friedensbemühungen fortzusetzen.

DINO : MEHR ENGAGEMENT DER DEUTSCHEN UND EUROPÄISCHEN AUSSENPOLITIK IM NAHOST-KONFLIKT

Münster, 19.12.09 – Der dramatische Friedensappell palästinensischer Christen ist von der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) zum Anlass genommen worden, die deutsche und europäische Außenpolitik zu mehr Engagement im Friedensprozess aufzurufen. Gerade mit Blick auf die berechtigten und notwendigen Sicherheitsinteressen Israels müssen die Lage der Palästinenser verbessert und aktivere Schritte zum Frieden in der Region unternommen werden, so Manfred Erdenberger, Sprecher der Initiative.
Der DINO-Sprecher appelliert an die Regierungen der europäischen Länder, sich noch aktiver als bisher für die angestrebte Zwei-Staaten-Lösung einzusetzen, und die Folgen der Besetzung, des Mauerbaus, der Siedlungspolitik sowie die Flüchtlingsfragen und den Status von Jerusalem zu vordringlichen Themen der Gespräche mit Israel zu machen. Angesprochen werden müsse dabei auch die gerechte gemeinsame Nutzung aller natürlichen Ressourcen in der Region.
DINO stimmt der Feststellung der palästinensischen Christen zu, nach der der Zeitpunkt für Lösungen mehr denn je überfällig ist: „Weil das tragische Schicksal des palästinensischen Volkes heute ausweglos geworden ist. Die Entscheidungsträger begnügen sich mit Krisenmanagement, anstatt sich der schwierigen Aufgabe zu unterziehen, nach einer Lösung für die Krise zu suchen. Die Herzen der Gläubigen sind erfüllt von Schmerz und von Fragen: Was tut die internationale Gemeinschaft? Was tun die politischen Verantwortlichen in Palästina, in Israel und in der arabischen Welt?“
Die palästinensischen Christen beklagen dabei, dass die Trennmauer nach wie vor Städte und Dörfer voneinander trennt und zu verstreuten und geteilten Bezirken macht. Im Gazastreifen leben die Menschen nach dem letzten Krieg immer noch unter schwierigsten Bedingungen, unter einer ständigen Blockade und abgeschnitten von den übrigen palästinensischen Gebieten.
Insgesamt beklagen sie „die tägliche Demütigung, der wir auf dem Weg zu unseren Arbeitsplätzen, zu Schulen und Krankenhäusern an den Militärkontrollposten ausgesetzt sind.“ Besonderes Augenmerk müsse auch auf die Religionsfreiheit (Zugang zu den Heiligen Stätten in Jerusalem) sowie auf die Probleme der Flüchtlinge und der Gefangenen in Israel gelegt und einer Lösung zugeführt werden.
DINO appelliert an beide Konfliktparteien und das Nahost-Quartett, die direkten Friedensgespräche umgehend wieder aufzunehmen.

Ehrung für DINO-Sprecher

Münster, 30.11.09 - Mit dem „Päpstlichen Pilgerkreuz Jerusalem“ ist der Sprecher der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO), Manfred Erdenberger, ausgezeichnet worden. Die Medaille wurde ihm auf der diesjährigen Investiturfeier des
Lazarus-Ordens von Protektor Patriarch Gregorios III. überreicht.
An der Feier nahmen auch der Großmeister des Ordens, Don Carlos Gerdea  de Borbón, Marquis de Almazàn und Vertreter aus 18 Nationen teil. Erdenberger gehört der Gemeinschaft im Range eines Ritters seit 2006 an.
Mit der Verleihung wurde der Einsatz des DINO-Sprechers für den Lazarus-Orden sowie für den Nahost-Friedensprozess gewürdigt.

Zwei prominente Nah-Ost-Experten verstärken DINO


Münster, 20.11.09 - Gleich zwei neue Mitglieder verstärken die Friedensarbeit der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO): der Präsident der Jerusalemer Al-Quds-Universität, Prof. Sari Nusseibeh und der israelische Historiker Prof. Moshe Zimmermann.
DINO-Sprecher Manfred Erdenberger hatte die beiden „Neuzugänge“ zur jüngsten Friedensveranstaltung  „ 1648 - Dialoge zum Frieden“ der Stadt, der Universität Münster und DINO eingeladen und für die  Initiative angeworben. Der Uni-Präsident  Nusseibeh und der Historiker Zimmermann erklärten sich spontan zur Mitarbeit bereit.
 „Beide haben in ihrer bisherigen Arbeit immer wieder nach Lösungsmöglichkeiten für einen gerechten Frieden in der Region gesucht und auf vielfältige Weise eigene Beiträge zur öffentlichen Diskussion geliefert“, würdigte DINO-Sprecher Manfred Erdenberger die beiden neuen Mitglieder. “Ihre Ziele decken sich mit den Prämissen unserer Initiative. Deshalb werden sie für uns eine große Hilfe bei der schwierigen Friedenssuche sein.“
Nusseibeh stammt aus einer arabischen Familie, die seit Jahrhunderten die Türwächter der Grabeskirche stellt. Er setzt sich für eine friedliche und pragmatische Zweistaatenlösung im Nahost-Konflikt ein. Nusseibeh, geboren in Damascus,  studierte in Oxford und in Harvard, wo er 1978 in Islamischer Philosophie promovierte. An den Friedensverhandlungen von 1991 bis 1993 war er aktiv beteiligt. Er war Berater des verstorbenen Präsidenten Arafat  und dessen Repräsentant in Jerusalem von 2001 bis 2002.
2003 gründete Nusseibeh mit dem Israeli Ami Ajalon die Friedensinitiative Peoples’ Campaign for Peace and Democracy, die für einen eigenständigen Staat Palästina im Westjordanland und Gazastreifen plädiert – bei gleichzeitigem Verzicht der Palästinenser auf ihr Rückkehrrecht. Der Plan sieht Jerusalem als offene Hauptstadt beider Staaten vor. Der Uni-Präsident wurde Anfang November mit dem Friedenspreis der Geschwister-Korn-und-Gerstenmann-Stiftung ausgezeichnet, zusammen  mit dem früheren Botschafter Israels in den USA, Itamar Rabinovich.
Das zweite neue Mitglied, Prof. Moshe Zimmermann, Historiker und Publizist, lehrt an der Hebräischen Universität Jerusalem. Für seine Arbeiten, in denen er sich immer wieder auch mit der deutsch-israelischen Geschichte beschäftigt, erhielt er zahlreiche Ehrungen. Zum 60. Jahrestag der Gründung Israels hielt er im Düsseldorfer Landtag eine vielbeachtete Rede. Nach dem Studium in Jerusalem und Hamburg übernahm Zimmermann Gastprofessuren in Princeton (USA) und an mehreren deutschen Hochschulen.
Seit 1986 ist er Direktor des Richard-Koebner-Minerva Zentrums für deutsche Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem. Zu Zimmermanns Forschungsschwerpunkten gehören die deutsche Sozial- und Kulturgeschichte vom 18. bis zum 20. Jahrhundert, die Geschichte der Juden in Deutschland und die Geschichte des Antisemitismus.

Patriarch Gregorios: 
Nur Nahost-Friede kann Fundamentalismus bekämpfen

Erdenberger:            
Friedensprozess verträgt keine neue Warteschleife


Münster – 11.05.09 - Die Reise von Papst Benedikt „ist ein wichtiges Zeichen für den Frieden in Nahost“ erklärte der griechisch-katholische, melkitische Patriarch Gregorios III. gegenüber Mitgliedern der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO). Patriarch Gregorios, selbst Mitglied der Initiative, bekräftigte seine Überzeugung, dass Frieden „die Zukunft der Menschen in Nahost ist und die einzige Basis, auf der sich Fundamentalismus und Gewalt bekämpfen lässt“.
Da der Papst auf seiner Reise nicht nach Syrien kommt, hatte der Patriarch Benedikt XVI. am Flughafen in Amman, Jordanien, begrüßt und an einer gemeinsamen Vesper in der  griechisch-melkitischen Sankt Georgs-Kathedrale teilgenommen.

Der Patriarch äußerte ausdrücklich die Hoffnung, dass der Besuch des Papstes die Christen in der Region stärke, um, wie er sagte, „ihre Mission in der arabischen und überwiegend muslimischen Welt zu erfüllen.“ Angesichts des derzeit stagnierenden Friedensprozesses sagte der Patriarch, er hoffe, „dass die arabischen Länder wie auch die Türkei und der Iran verstehen, dass der einzige Weg für die zukünftigen Generationen in dieser Region der Friede ist.“

Der Sprecher der Initiative, Manfred Erdenberger, erklärte unmittelbar vor dem Besuch des Papstes in Bethlehem, diese Etappe der Reise müsse auch ein Zeichen dafür setzen, dass die Menschen in den Flüchtlingslagern als Opfer der jahrzehntelangen Konflikte nicht vergessen seien und Hilfe dringender denn je nötig sei. Der Friedensprozess zwischen den beiden verfeindeten Parteien Israel und Palästina dürfe nicht länger unter dem „Vorwand neuer politischer Konstellationen in beiden Lagern“ in eine „neue Warteschleife“ verschoben werden.

Weitere Informationen:

www.kath.net

www.tagesschau.de

Address of His Beatitude Patriarch Gregorios III to
His Holiness Pope Benedict XVI

 

DINO stützt Steinmeiers Bemühungen

Münster, 15.01.09 - DINO, die Deutsche Initiative für den Nahen Osten, hat die jüngsten Vermittlungsbemühungen von Außenminister Walter Steinmeier im Nahost-Konflikt nachdrücklich begrüßt und unterstützt. In einem Brief an Steinmeier schreibt DINO-Sprecher Manfred Erdenberger:

„Wir unterstützen und ermutigen Sie ausdrücklich, weitere Schritte für eine sofortige Waffenruhe in Gaza zu unternehmen. Angesichts der Leiden und Zerstörungen für die betroffenen Menschen durch die Gewalt auf beiden Seiten ist es höchste Zeit, für eine Waffenruhe zu sorgen, der dann weitere Schritte zur dauerhaften Deeskalation folgen müssen.“

Die unabhängige, überparteiliche und interreligiöse Initiative verweist in diesem Zusammenhang ausdrücklich auf Steinmeiers Bemühungen, bei allen beteiligten Parteien des Konfliktes für Lösungen zu werben – getreu der Regel: „Man höre beide Seiten“ - eine der Prämissen des Westfälischen Friedens, den DINO als Vorbild auch für aktuelle Friedenslösungen anführt. Einseitige Schuld- zuweisungen lösten den Konflikt weniger denn je.

Erdenberger weiter:

„ Nun müssen die Waffen schweigen, damit die Stimmen der Vernunft Gehör finden.“

Die Zukunft der Region müsse auf Vertrauen statt auf Ruinen gebaut werden, heißt es abschließend in dem Brief.

DINO knüpft Kontakte nach Jordanien

Amman/Münster - In ersten Gesprächen mit Seiner Königlichen Hoheit, Prinz Hassan von Jordanien, in Amman, hat der Sprecher der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO), Manfred Erdenberger, für die Unterstützung des zivilgesellschaftlichen Friedensengagements geworben.

Bei dem Gespräch tauschten Prinz Hassan und Erdenberger ihre Einschätzungen zum stockenden Friedensprozess und die Chancen zu seiner Wiederbelebung aus. Beide vereinbarten, die Kontakte zu vertiefen, um die Chancen nicht-staatlicher Initiativen als flankierende Maßnahme in dieser schwierigen Phase zu fördern.

Schon zuvor hatte Prinz Hassan in einem Briefwechsel sein großes Interesse an der in Münster ansässigen Nahost-Initiative unterstrichen.
 
Mit Blick auf die komplizierten Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern hat Jordanien einmal mehr seine Forderung nach Mitsprache bei der Regelung des künftigen Status von Jerusalem mit Blick auf seine Verantwortung für die Heiligen Stätten unterstrichen.

Prinz Hassan Bin Talal (61) ist Mitglied des Herrscherhauses von Jordanien. Er ist der Bruder des ehemaligen Königs Hussein und der Onkel des jetzigen Königs Abdullah II. Von 1965 bis 1999 war er Kronprinz. Von 1999 bis 2006  fungierte Prinz Hassan als Präsident der Weltkonferenz der Religionen für den Frieden, von 2000 bis 2006 als Präsident des Club of Rome. Das liberale Rabbinerseminar Abraham-Geiger-Kolleg verlieh Prinz Hassan am 4. März 2008 den Abraham Geiger Preis. Am 20. Oktober 2008 wurde er in Augsburg mit dem Augsburger Friedenspreis ausgezeichnet. Im Laufe der Jahre erhielt er für seinen Einsatz für Wissenschaft und Forschung und sein weltweites Engagement für den Frieden 20 Ehrendoktorate von Universitäten aus aller Welt.

Pressemitteilung zum Besuch

Ritterschlag für DINO-Sprecher Manfred Erdenberger

Maastricht/Münster 26.10.08 - In den Stand eines Ritters des Lazarus-Ordens ist DINO-Sprecher Manfred Erdenberger, an diesem Wochenende (25.10.08) erhoben worden.

Der frühere WDR-Chefredakteur Erdenberger vertritt die Deutsche Initiative für den Nahen Osten (DINO) seit ihrer Gründung vor mehr als zwei Jahren. Er war seit April 2006 als Commander Mitglied des ökumenischen Ordens des Heiligen Lazarus von Jerusalem.

Der DINO-Sprecher war bereits im vergangenen Jahr mit der Crusaders Medal Award, der Pilgermedaille des Lazarus-Ordens, ausgezeichnet worden für sein Engagement um nicht-staatliche Friedensbemühungen im Nahen Osten.
                                       
In seiner Zeit als Politischer Chefkorrespondent des WDR hatte Erdenberger jahrelang aus der Region berichtet und zahlreiche Kontakte aufgebaut. Er erhielt den Ritterschlag auf einer Investiturfeier des Ordens im niederländischen Maastricht.

Der Initiative gehört u.a. auch Seine Seligkeit Patriarch Gregorios III. an. Er ist gleichzeitig der Geistliche Protektor des weltweit agierenden Lazarus-Ordens, der sich in vielen Ländern (u.a. im Nahen Osten) für soziale Hilfsprojekte einsetzt.

Meldung der KNA

DINO: Doppelter Friedenspreis

Münster, 29.08.2008 - Zwei Jahre nach dem ersten öffentlichen
Symposion der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) gratuliert die Runde ihrem Gründungsmitglied, dem Bethlehemer Pfarrer Dr. Mitri Raheb, zum „Aachener Friedenspreis“.

Der Preis wird ihm am 1. September 2008 verliehen. Es ist bereits die zweite derartige Auszeichnung für den engagierten Christen und Palästinenser. 2006 erhielt Raheb den renommierten Tschelebi-Friedenspreis des Zentralinstitut Islam-Archiv Deutschland in Soest. In beiden Fällen werden der unermüdliche Einsatz des Bethlehemer Pfarrers für Friedenslösungen im Nahen Osten und seine ganz persönlichen Bemühungen um eine Verbesserung der Lebenssituation der betroffenen Menschen in der Region gewürdigt.

In den letzten zwei Jahren hat sich die in Münster ansässige, prominent besetzte Initiative erfolgreich um einen Fortgang des nach wie vor fragilen Friedensprozesses im Nahen Osten sowie um die Vermittlung und Verbreitung von Kontakten und Informationen in Deutschland bemüht.
In diesem Zusammenhang wurden zwei Symposien in Deutschland, in Münster und Köln, sowie eines in Bethlehem und Jerusalem im April dieses Jahres organisiert.

Führende Politiker in der Region und in Deutschland haben inzwischen DINO ihre Unterstützung zugesagt und fördern und begleiten deren Arbeit.

Vertreter der Initiative, die sich die Prämissen des Westfälischen Friedens von 1648 zum Vorbild genommen hat, haben auf diversen öffentlichen Veranstaltungen und Seminaren sowie in Vorträgen und Reden für einen gerechten und nachhaltigen Frieden im Nahen Osten geworben.

Das nächste Symposion ist für Anfang Februar 2009 in Münster geplant. Eines der Themen wird die Rolle Syriens und seiner Nachbarn im Friedensprozess sein.

Gleichzeitig wird am 1. September der neue DINO-Repräsentant in Berlin, der WDR/ARD- Korrespondent Thomas Nehls, seine ehrenamtliche Arbeit aufnehmen. Nehls war zuvor u.a. Korrespondent in Washington und New York (dort mit Schwerpunkt UNO) und ist nun im ARD-Hauptstadtstudio für außen- und sicherheitspolitische Themen zuständig. Er verfügt damit über die entsprechenden Kontakte und Informationen, um die Arbeit der Initiative zu unterstützen.

"Den Worten Taten folgen lassen"DINO ermuntert Nahost-Konfliktparteien zum Handeln

Münster/Köln.- 22. Mai 2008: Mit der Aufforderung  "...jetzt den Worten Taten folgen zu lassen" hat der Sprecher der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO), Manfred Erdenberger die Verantwortlichen im Nahen Osten zu konkreten Schritten zu friedlichen Lösungen der regionalen Konflikte ermuntert. Es sei höchste Zeit, den Menschen in der Region den jüngsten Zeichen der Hoffnung nun handfeste Verbesserungen ihrer Lebensumstände anzubieten. Die Sondierungsgespräche zwischen Israel und Syrien unter türkischer Vermittlung seien ebenso wie die Einigung im innerpolitischen Konflikt des Libanon ein Schritt in die richtige Richtung. Dazu gehörten auch die mit großen Erwartungen verknüpften Verhandlungsrunden zwischen der israelischen und der palästinensischen Führung für ein Rahmenabkommen über eine Zwei-Staaten-Lösung bis Ende dieses Jahres - so, wie in Annapolis vereinbart.  
DINO hatte sich Anfang April dieses Jahres in Israel und Palästina über die Möglichkeiten weiterer Schritte im regionalen Friedensprozess mit hochrangigen Vertretern aus Politik, den Kirchen und den Stiftungen informiert und "hoffnungsvolle Zeichen" erkannt, gleichzeitig aber auf das "Zeit-Fenster für Friedenslösungen" mit der Bemerkung "...der Countdown läuft" hingewiesen.
Bereits im September des vergangenen Jahres hatten DINO-Mitglieder nach Gesprächen in  Syrien auf die besondere Rolle dieses Nahost-Landes im Friedensprozess hingewiesen und zu einer verstärkten Kooperation aufgerufen. Auch die jüngsten Fortschritte zur innenpolitischen Konsolidierung im Libanon wurden als Beitrag für eine Entspannung in der Region nun noch einmal ausdrücklich begrüßt.

Deutsche Initiative für den Nahen Osten gratuliert ihrem Friedenspreis-Träger Mitri Raheb

Pfarrer Dr. Mitri Raheb

Köln/Münster - 8. Mai 2008 - Als eine höchst verdiente Ehrung bezeichnete der Sprecher der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO), Manfred Erdenberger, die Verleihung des Aachener Friedenspreises an DINO-Mitglied Mitri Raheb.
Der Bethlehemer Pfarrer sei ein herausragendes Beispiel für das Bemühen, trotz aller Schwierigkeiten im israelisch-palästinensischen Konflikt eine friedliche und gemeinsame Zukunft gestalten zu wollen. Dies habe er gerade noch im vergangenen Monat unter Beweis gestellt, als er das 3. Symposion der Deutschen Initiative für den Nahen Osten in Bethlehem, Ramallah und Jerusalem maßgeblich mit organisiert hatte.

Bereits im Herbst 2006 war Mitri Raheb mit dem Tschelebi-Friedenspreis des Zentralinstituts Islam-Archiv-Deutschland in Soest ausgezeichnet worden.

"Der Countdown läuft - Chance für den Frieden jetzt nutzen"

"DINO vor Ort - Update Nahost" in Bethlehem und Jerusalem

3. Symposion der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO)


Für ein stärkeres Engagement der Bundesrepublik und der Europäischen Union im Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern setzt sich die Deutsche Initiative für den Nahen Osten (DINO) ein.

Nach sechstägigen Sondierungsgesprächen in der Region unter anderem mit
Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas und Knesset-Abgeordneten ist die Initiative mit Mitgliedern aus Kirchenvertretern, Politikern und Journalisten zu der Überzeugung gelangt, dass gerade jetzt ein möglicherweise entscheidendes Zeitfenster für Friedenslösungen geöffnet ist.

Diese Chance müsse unbedingt genutzt werden, so der Sprecher der Initiative, Manfred Erdenberger, und der frühere deutsche Botschafter in Israel, Rudolf Dreßler. Sowohl für die amtierende israelische Regierung als auch für Präsident Abbas seien Erfolge bei den laufenden Friedensgesprächen eine politische Überlebensfrage. Die Initiative selbst wird zwei politische Projekte verfolgen, über die mit den Beteiligten zunächst Vertraulichkeit vereinbart wurde.

Die Bundesregierung habe in der Region auf beiden Seiten einen guten Ruf. Dies sei eine hervorragende Ausgangslage, um in Kontakt mit allen Beteiligten Bewegung in den Friedensprozess zu bringen. Dazu sei die Nahost-Sicherheits-Konferenz im Juni in Berlin eine Gelegenheit, die nicht ungenutzt bleiben dürfe.

Die Initiative ruft die Bundesregierung dazu auf, die Kontakte zu allen Beteiligten in der Region zu verstärken und auch Länder wie die Türkei mit ihren guten Verbindungen einzubinden.

Präsident Abbas und Verhandlungsführer Ahmad Qurei (Abu Alaa) haben gegenüber der Initiative trotz der schwierigen Ausgangssituation "vorsichtigen Optimismus" geäußert. Der Frieden sei möglich, erklärten sie übereinstimmend. Sie hätten Israel gegenüber aber auch deutlich gemacht, dass die Zeit ein entscheidender Faktor sei - ja, man sei in einem "Wettlauf mit der Zeit". Die Menschen im Westjordanland und in ganz Palästina müssten Erfolge und eine Erleichterung ihrer Situation erkennen können, damit sie die Friedensbemühungen der Fatah weiter unterstützten.

Präsident Abbas betonte gegenüber der DINO-Delegation, eine internationale Friedenstruppe unter europäischer Führung sei von großer Bedeutung für den Prozess.  Diese Friedenstruppe könnte die Sicherheitsbelange beider Seiten garantieren und einen Verhandlungserfolg stark unterstützen.

Auch auf israelischer Seite würde der Einsatz einer internationalen Friedenstruppe teilweise begrüßt und unterstützt. Der frühere Industrieminister und heutige Knesset-Abgeordnete Ran Cohen sowie der frühere israelische Botschafter in der Bundesrepublik, Avi Primor, äußerten  sich zustimmend. Dies sei zumindest ein Weg, die Wahrung der unabdingbaren Sicherheitsaspekte Israels nachhaltig zu flankieren. Die Truppe müsste nach Auffassung Primors ein robustes Mandat haben und Sicherheit erzwingen können. Nach den zahllosen Anschlägen der Vergangenheit, sei die Sicherheitslage für die israelischen Bürger von entscheidender Bedeutung.

Vor dem Hintergrund dieser Diskussionen hat sich die Initiative ein Bild von der  der Mauer und den israelischen Sperranlagen machen können. Sie versteht die Argumente Israels für die Errichtung der Anlagen und die Hinweise darauf, dass seit ihrer Errichtung die Zahl der Anschläge drastisch gesunken ist. Insofern sei Israel grundsätzlich beizupflichten.

Die Initiative hat aber zugleich den Eindruck gewonnen, dass der Verlauf des Zauns häufig nicht unter Sicherheits-, sondern unter Landnahme-Aspekten geplant worden ist. Vor allem die Bewohner des Westjordan-Landes werden auf weiten Strecken teilweise erheblich benachteiligt und zusammen mit einer Vielzahl von Checkpoints - auch fern der Grenze zu Israel- in der Bewegungsfreiheit und damit beim wirtschaftlichen Austausch gravierend beeinträchtigt.

DINO setzt sich deshalb dafür ein, dass Bundesregierung und EU diese Argumente bei Gesprächen mit Israel deutlich machen und zu einer Revision aufrufen.

Die Initiative hat sich auch intensiv über die schwierige Lage der christlichen Gemeinschaften im Nahen Osten unterrichtet. Die sieben Mitglieder von DINO haben auf ihrer Reise mit Vertretern von Politik, Gesellschaft und der Kirchen im Westjordanland und in Israel gesprochen. Unter ihnen waren auch der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Manfred Kock, sowie der katholische Geistliche Msgr. Martin Hülskamp.

Der Nahost-Konflikt sei zwar kein religiöser Konflikt, aber Religion spiele im "realen Lebensvollzug der Menschen" eine zentrale Rolle, so der Bischöfliche Offizial in Münster, Monsignore Martin Hülskamp. Die einheimischen Christen seien mittlerweile zu einer kleinen Gruppe zusammengeschrumpft, die "auf der Kippe zwischen Phlegma und Auswanderung" stehe.

Die Abwanderungsbewegung zu stoppen sei nicht nur im Interesse der Ortskirchen, für die es sich dabei um eine echte Überlebensfrage handle: Die reale christliche Präsenz im Heiligen Land bedeute auch für die restliche Welt einen "kurzen Weg innerer Verbundenheit" zu der Krisenregion. Das "einzigartige politisch-religiöse Biotop" im Heiligen Land sei durch das drohende Wegfallen der Christen als kleiner aber bedeutsamer Gruppe zwischen Juden und Muslimen in Gefahr, als "Experimentierfeld" für den Weltfrieden auszufallen, so Hülskamp, der auch Diözesanvorsitzender des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande in Münster ist.

Der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Manfred Kock, bilanziert als evangelischer Vertreter der Initiative das "über das normale Maß hinausgehende Engagement" einzelner palästinensischer Christen, um die "langjährigen Leiden ihrer Mitmenschen trotz zahlloser Schwierigkeiten zu lindern".

So habe ihn das Beispiel der Chefärztin des Caritas Baby Hospitals, Dr. Hiyam Marzuka, beeindruckt, die eine "sichere Karriere in den USA aufgegeben" habe, um den Kindern in ihrer Heimat einen besseren Start in die Zukunft zu ermöglichen. Dieses Engagement entspringe einer "tiefen Verwurzelung im christlichen Glauben".

Gleichzeitig betonte Kock, die christlichen Kräfte müssten "religionskritisch" sein, um dem Missbrauch von Religion für die Begründung von Gewalt oder die Beanspruchung von Land entgegenzuwirken.

Der DINO-Delegation gehörten Manfred Erdenberger, Rudolf Dreßler,
Martin Hülskamp, Manfred Kock, Jürgen Bremer sowie Ulrich Keudel von der
Deutschen Telekom an. Vor Ort nahmen die DINO-Mitglieder Avi Primor und Dr. Mitri Raheb an dem Treffen teil.

Weitere Informationen zum 3. Symposion finden Sie hier.

DINO: Ehrendes Gedenken für Paul Spiegel

Zentralratspräsident wäre heute (31. Dezember 2007)
70 Jahre alt geworden

Der frühere Zentralratspräsident der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, wäre heute (31.12.2007) 70 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass hat DINO-Sprecher Manfred Erdenberger in einem Brief an Spiegels Witwe,  Frau Gisele Spiegel,  dessen Rolle in der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) gewürdigt. Spiegel gehörte zu den frühen Mitgliedern der Nahost-Initiative.

„Wir gedenken mit Trauer, aber auch mit Respekt Deines Mannes und seiner Arbeit – der besonderen Verbundenheit mit dem Nahen Osten, insbesondere mit Israel. Gleichzeitig fühlen wir uns in Dankbarkeit für sein Engagement für unsere Initiative besonders verbunden“, schrieb Erdenberger.

Er fügte hinzu: „Wir werden uns auf den diversen Veranstaltungen des Jahres 2008 – so, wie auch im abgelaufenen Jahr - in seinem Sinne und vor dem Hintergrund der gemeinsamen Erfahrungen und Diskussionen, die ich mit Paul führen und erleben durfte, besonders erinnern und in den entsprechenden Beiträgen äußern“.

Und er fügte hinzu: „Wir vermissen immer wieder unser DINO-Mitglied Paul Spiegel, besonders an einem Tag wie diesem, den wir so gerne mit ihm in allen Ehren gefeiert hätten.“

Spiegel war am 30. April 2006 nach langer schwerer Krankheit in Düsseldorf gestorben. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen und öffentlichen Ehrungen gehört auch die Einweihung des „Paul-Spiegel-Platzes“ vor der Düsseldorfer Synagoge in diesem Jahr (2007).

DINO: Vergesst Bethlehem nicht - Weihnachten hinter der Mauer

Münster/Weikersheim, 14.12.07

„Erinnert Euch an das kleine Licht,
das von Bethlehem ausging und die Welt erhellte.“

Mit diesem Zitat der palästinensischen Schriftstellerin und Friedensaktivistin Faten Mukarker aus Beit Jala bei Bethlehem begann DINO-Sprecher Manfred Erdenberger am Freitag in Weikersheim seine Rede über Impressionen aus der Geburtstadt Jesu. Erdenberger wörtlich: „Bethlehem ist ein Ort, der wie kein anderer einen solchen Widerspruch zwischen Friedenshoffnung und bitterer Realität verkörpert.“

Bezogen auf die anhaltenden Konflikte in der Region sagte der DINO-Sprecher: „Ich glaube, nur wer die Ursachen beseitigt, kann die Konsequenzen beherrschen. Das lehrt uns der Terror weltweit: Hunger und Unterdrückung, kein Obdach und keine Bildung, keine Rechte und keine Ressourcen führen in Perspektivlosigkeit, Wut und Verzweiflung. Die wiederum entladen sich immer wieder in Hass und Gewalt. Niemand darf – und sei es aus Selbstgerechtigkeit -  Ursache und Wirkung verwechseln“.

Erdenberger erinnerte an die Prämissen des Westfälischen Friedens, denen sich auch DINO verpflichtet fühlt:  „Pax optima rerum“ – der Friede ist das höchste Gut“,  „Befleißigt Euch der Gerechtigkeit, die ihr auf Erden richtet... “ und „Man höre beide Parteien“. Er fügte hinzu: Diese drei schlichten Sätze, die der Schlüssel zum Frieden von 1648 waren, könnten noch heute als Gebrauchsanweisung für die Vereinten Nationen und andere Gremien und Regierungen dienen. Und sie wären vielleicht auch eine Brücke zum Nahost-Konflikt.

Erdenberger sprach auf der Jahresversammlung des deutschen Fördervereins Dar al Kalima unter dem Titel: „O Bethlehem, Du kleine Stadt“. Dar al Kalima ist als Modellschule eine Einrichtung des Internationalen Begegnungszentrum in Bethlehem, das vom DINO-Mitglied und Pfarrer Dr. Mitri Raheb geleitet wird.                   

Die Rede von Manfred Erdenberger finden Sie hier.


DINO: Beirat und Förderverein gegründet

Rita Süssmuth erste Beiratsvorsitzende

 


Münster/Köln, 3.12.07 – Erste Vorsitzende des neu gegründeten Beirates der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) ist Frau Prof. Dr. Rita Süssmuth, die frühere Bundestagspräsidentin. Stellvertretender Vorsitzender ist Dr. Rudolf Wansleben, Rechtsanwalt und Generalsekretär des Lazarus-Ordens.

„Wir freuen uns sehr“, so Manfred Erdenberger, Sprecher der Initiative, „dass sich mit Frau Prof. Dr. Süssmuth eine so außerordentlich profilierte Persönlichkeit für den Vorsitz des Beirats zur Verfügung gestellt hat. Mit Dr. Wansleben haben wir einen ebenso profunden und kompetenten Stellvertreter gefunden.“

Der Beirat soll die Zusammenarbeit mit den vielen Organisationen, Institutionen und Persönlichkeiten koordinieren, die sich inzwischen für ein gemeinsames Engagement zusammen mit DINO in der Friedensarbeit für den Nahen Osten interessieren.

Gleichzeitig hat sich der als gemeinnützig anerkannte "Förderverein Deutsche Initiative für den Nahen Osten e.V." gegründet. Der Verein soll u.a. die finanziellen Voraussetzungen für die vielfältigen Aufgaben der Initiative schaffen.

DINO: Historische Chance für den Frieden nutzen

Köln/Münster, 29.11.07 - Als "historische Chance für eine Friedenslösung" hat der Sprecher der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO), Manfred Erdenberger, die Ergebnisse von Annapolis bezeichnet. Die Erklärungen auf der Konferenz und die folgenden Gespräche im Weißen Haus müssten nun möglichst rasch umgesetzt werden und zu einer dauerhaften, gerechten  Lösung der seit 60 Jahren anhaltenden Probleme in der Region führen.

Annapolis und Washington aber seien nur die ersten Stationen auf dem langen Friedensweg, zu dem es freilich keine Alternative gebe. Alle Beteiligten des Treffens, vor allem aber das Nahost-Quartett, dürften nun die beiden bisherigen Kontrahenten Israel und Palästina in dieser schwierigen Phase nicht allein lassen. Auch den Deutschen komme dabei eine ganz besondere Bedeutung zu. Deren Solidarität mit Israel, aber gleichzeitig auch die Verantwortung für das Schicksal der Palästinenser seien unstrittig.

Der DINO-Sprecher fügte hinzu: Nicht zuletzt durch die Teilnahme der Arabischen Liga sei die Basis für eine solche Übereinkunft größer als je zuvor.

Vor allem die Teilnahme Syriens eröffne neue Möglichkeiten, mit einem potentiellen Partner in der Region wieder ins Gespräch zu kommen. Erdenberger sagte weiter, er fühle sich in seinen Eindrücken vom September dieses Jahres bestätigt, in denen er in dem Land neue Signale der Übernahme von Mitverantwortung wahrgenommen habe.

DINO: Syrien sollte positive Rolle in Nah-Ost übernehmen

Köln/Münster, 9.10.07 - Eine optimistische Einschätzung der potentiellen Rolle Syriens in einem Nah-Ost-Friedensprozess hat der Sprecher der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO), Manfred Erdenberger, nach einer Gesprächsreise in die Region geäußert. Er zeigte sich ebenso wie DINO-Mitglied Msgr. Martin Hülskamp (Deutscher Verein vom Heiligen Land, Münster) zuversichtlich, dass Syrien durch eigene Beiträge einen Beitrag zum Friedensprozess leisten könne.
Syrien solle auch seine Bereitschaft dokumentieren, eine positive Rolle übernehmen zu wollen und dies durch aktive Beiträge deutlich machen. Erdenberger und Hülskamp hatten mit Vertretern der Kirchen und der Diplomatie die aktuelle Situation in der Region erörtert.

Zu Gesprächspartnern zählten neben dem griechisch-melkitischen Patriarchen, Gregorios III., der Botschafter des Vatikans in Syrien, Nuntius Giovanni Battista Morandini, der griechisch-orthodoxe Patriarch Ignatios IV. Hazim in Damaskus und der melkitisch griechisch-katholischer Erzbischof von Aleppo, Metropolit Jean-Clement Jeanbart. Die Kirchenvertreter betonten die besondere Bedeutung des friedlichen Miteinanders der Religionen in Syrien als eine der Voraussetzungen für einen gerechten und dauerhaften Frieden.

Unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Syrien hat Erdenberger der syrischen Ministerin für Emigranten, Dr. Butheina Shaban, und dem Botschafter Syriens in Berlin, Dr. Hussein Omran, sowie Mitgliedern der Deutsch-Syrischen Gesellschaft in Bonn die DINO-Initiative vorgestellt. Einig war man sich in  der Beurteilung, dass ein Frieden nur durch Verhandlungen und nicht durch Krieg und Terror geschaffen werden könne. Ziel müsse es sein, Brücken zu bauen und durch politische und wirtschaftliche Stabilität den Frieden vorzubereiten.

Bilder der Reise

 

Olmert und Abbas: Respekt und Anerkennung für DINO

Münster, 21. September 2007 - Respekt und Anerkennung für das Engagement und die Ziele der Deutschen Initiative für den Nahen Osten haben der israelische Premierminister Ehud Olmert und der Präsident der palästinensischen Autonomie-Behörde, Mahmoud Abbas, ausgesprochen.

In einem Schreiben an das DINO-Mitglied und früheren Außenminister Dr. Klaus Kinkel  gab Olmert seine Hoffnung zum Ausdruck, dass DINO und seine Aktivitäten Früchte tragen werden. Er habe, so Olmert, keinen Zweifel, dass die Botschaft von DINO Aufmerksamkeit in der Welt finden werde.

Präsident Abbas verband sein Grußwort zum 2. DINO-Symposion in Köln mit dem Wunsch, dass die Initiative ein Brückenpfeiler zum Frieden sein möge. Die Mitglieder fänden Gehör und dies sei sehr wichtig „wichtig für uns Palästinenser, wichtig für die Israelis und den gesamten Nahen Osten“. Abbas sicherte der Initiative in seiner Botschaft ausdrücklich seine Unterstützung zu.

 

Nahost-Symposion zur humanitären Situation in der Region

Köln, 29. August 07 - Die humanitäre Lage in der Nahost-Region sowie der Konflikt zwischen den palästinensischen Gruppierungen stehen im Mittelpunkt des zweiten Symposions der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) am Samstag in Köln. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des Kölner OB Fritz Schramma.

So spricht der Leiter des Kompetenzzentrums für Humanitäre Hilfe an der FH Münster, Prof. Dr. Joachim Gardemann über "Humanitäres Handeln als grundlegendes Element aller Weltreligionen."

Über die Situation der Palästinenser wird der außenpolitische Berater von Präsident Mahmud Abbas, Abdallah Frangi, in einem Impulsreferat  informieren.

Zur humanitären Lage der Region wird der Griechisch-Katholische Patriarch von Antiochien, dem ganzen Orient, von Alexandrien und Jerusalem, Gregorios III., Stellung beziehen.

Über die schwierige Arbeit der Kölner Städtepartnerschaftsvereine mit Bethlehem und Tel Aviv-Yafo werden Heinz-Rudolf Hönings (Geschäftsführer des Partnerschaftsvereins Köln-Bethlehem) und Monika Möller (Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Köln-Tel Aviv-Yafo), berichten.

Vertieft wird das Thema in einer Podiumsdiskussion mit Abdallah Frangi, Patriarch Gregorios III. sowie dem früheren deutschen Botschafter in Israel, Rudolf Dressler, sowie Prof. Gardemann, FH Münster.  Moderiert wird die Veranstaltung, die auch vom DLF als Aufzeichnung übertragen wird, vom Sprecher der Initiative und früheren WDR-Chefredakteur, Manfred Erdenberger.

Hohe Auszeichnung für DINO-Sprecher

Münster, 02. Mai 2007 - Der Sprecher der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO), Manfred Erdenberger, ist mit der Crusaders Medal Award, der Pilgermedaille des Lazarus-Ordens, ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung wurde ihm von Patriarch Gregorios III.  (Damaskus), persönlich überreicht, der auch Mitglied der Initiative ist.Der Patriarch würdigte in seiner Eigenschaft als Geistlicher Protektor des Lazarus-Ordens Erdenbergers Einsatz für die Friedensbemühungen im Nahen Osten und seine damit verbundenen vielfachen Reisen in die Region, insbesondere nach Jerusalem. Erdenberger gehört seit 2006 auch dem Lazarus Orden im Range eines Commanders an.

 

Salim Abdullah neues Mitglied der Deutschen Initiative für den Nahen Osten

Erdenberger: „Muslimisches Mitglied ist eine Bereicherung“

Münster, 20. April 07 – Neues Mitglied der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) ist der Seniordirektor des Zentralinstitut Islam-Archiv Deutschland und früheres Mitglied des Islamischen Weltkongresses, Muhammad Salim Abdullah. DINO-Sprecher Manfred Erdenberger begrüßte die Bereitschaft Abdullahs, in der Initiative für den Nahen Osten mitzuwirken. Erdenberger:“ Es ist eine Bereicherung unserer Arbeit, dass wir einen so hervorragenden Vertreter der muslimischen Gemeinden zur Mitarbeit in unserer interreligiösen und überparteilichen Initiative gewinnen konnten. Der Lebensweg Abdullahs dokumentiert, dass er wie die übrigen Mitglieder hinter den Friedenszielen der Initiative steht.“

Muhammad Salim Abdullah ist bosnisch-herzegowinischer und deutscher Staatsbürger. Als sunnitisch-hanafitischer Muslim arbeitet er als Journalist und Fachreferent für Islam im ökumenischen Bereich (er arbeitet mit an der Entwicklung des Lehrplans für islamischen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen und ist mitverantwortlich für die theologische Ausbildung türkischer Lehrerinnen und Lehrer/Moderatoren am nordrhein-westfälischen Landesinstitut für Schule und Weiterbildung). Als Redakteur zeichnet er verantwortlich für die „Moslemische Revue“ und den Nachrichtendienst „Islam-Echo“. Salim Abdullah ist zugleich Seniordirektor des 1927 in Berlin gegründeten Zentralinstitut Islam-Archiv-Deutschland, auf dessen Initiative 1986 in Berlin der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland gegründet worden war.

Abdullah war Mitbegründer der 1982 entstandenen Christlich-Islamischen Gesellschaft, deren Ehrenvorsitzender er heute ist. Salim Abdullah war Mitglied des Islamischen Weltkongresses, gehörte lange Jahre dem Exekutivrat des Kongresses an, vertrat den Kongress bei den Vereinten Nationen und bekleidete zuletzt das Amt eines seiner Vizepräsidenten. Zusammen mit Adel Theodor Khoury ist er Herausgeber eines deutsprachigen Korans, der heute selbst bei der Zitation in deutschen Veröffentlichungen saudiarabischer Institutionen gebraucht wird.

DINO: Gemeinsame Friedensinitiativen stärken

Münster, 15. April 07 - Für eine verstärkte Zusammenarbeit der verschiedenen Initiativen für Friedensbemühungen im Nahen Osten hat der Sprecher der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO), Manfred Erdenberger, plädiert.
Der DINO-Gründer und frühere WDR-Chefredakteur erklärte auf einer Konferenz in der Ev. Akademie Arnoldshain (Taunus), angesichts des „weit geöffneten Friedensfensters“ seien  mehr denn je „gemeinsame Beiträge der Zivilgesellschaft nötig, die Chancen und Möglichkeiten dieses Prozesses zu stärken“.
Vordringliche Aufgabe sei es,  die Lebensverhältnisse der betroffenen Menschen nachhaltig und dauerhaft zu verbessern.
Erdenberger regte einen intensiveren Informationsaustausch unter den Gruppen unter Einbeziehung ihrer jeweiligen Links und Netzwerke an.
Auf der Konferenz unter dem Titel „Verantwortung für den Frieden im Nahen Osten – Lernen von InnovatorInnen“ präsentierten sich drei Tage lang verschiedene religiöse und andere Gruppen. Sie diskutierten die aktuelle Situation im Nahen Osten und tauschten ihre Erfahrungen und Aktionen zu diesem Thema aus.

Erdenberger: Hoffnungsvolle Signale für Nah-Ost

Münster, 3. April 2007 - Als hoffnungsvolle Signale für die krisenhafte Nah-Ost-Region bewertet die Deutsche Initiative für den Nahen Osten (DINO) neue Initiativen wie aus Saudi-Arabien und von der deutschen EU-Präsidentschaft unter Angela Merkel. Damit sei zumindest ein „Fenster für den Frieden“ in der Region weit geöffnet. Wie ihr Sprecher Manfred Erdenberger erklärte, könnten die Aussichten für eine friedliche, gerechte und dauerhafte Lösung der Probleme nach langer Zeit wieder optimistischer beurteilt werden.

Hintergrund dafür seien die gemeinsamen Bemühungen verschiedener Partner, die von dem saudischen Herrscherhaus über die EU-Ratspräsidentschaft unter der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, den israelischen Ministerpräsidenten Olmert, der gemäßigten palästinensischen Führung bis zur Arabischen Liga und dem Internationalen Nahost-Quartett reichen.

Jetzt gelte es, so Erdenberger,  „diese Möglichkeiten zu nutzen, um der aufkeimenden Friedenshoffnung weitere und nachhaltige Nahrung zu geben.“ Nur wenn sich alle Beteiligten in der Region ihrer Verantwortung bewusst seien, könne es Fortschritte im Friedensprozess und damit Hoffnung für die Menschen in Israel und Palästina, aber auch in den anderen Staaten der Region geben.

DINO setzt sich als überparteiliche und interreligiöse Initiative für eine gerechte und dauerhafte Friedenslösung im Nahen Osten ein. Mit Sitz in Münster fühlen sich ihre Mitglieder den Prämissen des Westfälischen Friedens von 1648 besonders verbunden, der als Beispiel auch für den Nahostkonflikt dienen könnte.

Botschafter des Friedens gesucht

Hamm, 17. März 2007 - Für vermehrte Anstrengungen, auf allen Ebenen nach Lösungen für einen gerechten Frieden im Nahen Osten zu suchen, hat sich der Sprecher der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO), Manfred Erdenberger, ausgesprochen. Bei der Eröffnung der Woche der Brüderlichkeit in  Hamm sagte er: „Es gibt  keine Alternative zum Frieden! Das genau ist die Botschaft, die jetzt viele Botschafter braucht.“
Er plädierte dafür, trotz andauernder Probleme   „angesichts der Hoffnungslosigkeit Hoffnung zu wecken; Versöhnung zu predigen, wo sich Verzweiflung ausbreitet,  um Verständnis zu werben, wo Verständnislosigkeit herrscht, und Worte zu wechseln, wo Sprachlosigkeit an der Tagesordnung ist.“
Was die teilweise geäußerte Kritik an Israel angeht, zitierte Erdenberger den früheren EKD-Ratsvorsitzenden, DINO-Mitglied Manfred Kock: „Kritische Fragen und Widerspruch gegenüber der Politik der demokratisch gewählten israelischen Regierung müssen selbstverständlich geäußert werden können.
Doch kommt es dabei auf Sachlichkeit und Verhältnismäßigkeit an, und die Situation Israels in einer politischen Krisenregion und seine Bedrohung durch den Terrorismus müssen dabei besonders beachtet werden.“
Erdenberger fügte hinzu: „Kritik an sich ist nicht antisemitisch, schon gar nicht, wenn sie sich gegen den Staat Israel richtet und nicht gegen das Judentum.“

Der DINO-Sprecher sagte in seiner Rede, nur wer die Ursachen für Terror und Extremismus  beseitige, könne  die Konsequenzen beherrschen. Und wörtlich: „Niemand darf – und sei es aus Selbstgerechtigkeit - Ursache und Wirkung verwechseln.“

Clement unterstützt Deutsche Initiative für den Nahen Osten

Münster, 12. Februar 2007 - Mit dem früheren NRW-Ministerpräsidenten und Bundeswirtschaftsminister a.D. Wolfgang Clement hat die Deutsche Initiative für den Nahen Osten (DINO) ein weiteres Mitglied gewonnen. Die im Herbst 2006 in Münster gegründete Organisation will alle Bemühungen um Verständigung, Ausgleich und Frieden im Nahen Osten unterstützen. Sein Engagement bei der Initiative begründete Clement wörtlich: "Zu meinem Selbstverständnis als Deutscher gehört mein Eintreten für das Existenzrecht Israels. Dies aber setzt voraus, dass im Nahen Osten endlich die Waffen aus den Händen gelegt werden, dass es zum Friedensschluss zwischen Israelis und Palästinensern kommt. Ohne einen wesentlich nachhaltigeren Beitrag als bisher von uns Europäern, ganz besonders von uns deutschen Europäern wird das kaum gelingen. Darauf möchte ich gemeinsam mit ähnlich Denkenden gern mit meinen bescheidensten Möglichkeiten hinzuwirken versuchen, deshalb unterstütze ich die Deutsche Initiative für den Nahen Osten." Der Initiative gehören ferner an: Manfred Erdenberger, Sprecher der Initiative, früherer WDR-Chefredakteur Prof. Dr. Rita Süßmuth, ehemalige Bundestagspräsidentin, Avi Primor, langjähriger Botschafter Israels in Deutschland, Seine Seligkeit Gregorios III., Griechisch-Katholischer Patriarch von Antiochien und den ganzen Orient, von Alexandrien und von Jerusalem, Manfred Kock, früherer Ratsvorsitzende der EKD in Deutschland, Dr. Mitri Raheb, Bethlehemer Pfarrer der Ev.-Luth. Weihnachtskirche und Direktor des Internationalen Begegnungszentrums, Msgr. Martin Hülskamp, Bischöflicher Offizial, Bistum Münster, Jürgen Bremer, Geschäftsführer der Initiative und Kommunikationschef des Fernsehsenders PHOENIX, Rudolf Dressler, langjähriger Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Israel, Dr. Klaus Kinkel, langjähriger Außenminister und Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland, Vorsitzender der Stiftung Deutsche Telekom. Ende Januar 2007 hatte die Initiative mit ihrem ersten Symposion eine Bilanz der Situation im Nahen Osten gezogen und über weitere Schritte der Begleitung von Friedensinitiativen beraten.

1. Symposion Initiative am 26./27. Februar in Münster

Münster, 28. Januar 2007 - Ein verstärktes Engagement der Europäischen Union in der Nahost-Frage hat der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses des Europa-Parlaments, Elmar Brok, angekündigt. Zum Auftakt eines Symposions der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) in Münster wies Brok am Wochenende  ebenso wie der frühere deutsche Botschafter in Israel, Rudolf Dressler, darauf hin, dass das Zeitfenster für konstruktive und erfolgreiche Lösungsansätze im Nahen Osten sehr klein sei. Brok unterstrich weiter, dass er den Ansatz unterstütze, Friedensmöglichkeiten mit Hilfe des Nahost-Quartetts aus Vertretern aus den USA, Russland, UN und EU auszuloten. Alleingänge wie der Besuch der US-Außenministerin in der Region seien dagegen kein Schritt in die richtige Richtung. Allein seien dort auch die USA keine Autorität mehr. Nur in der Mischung, in der Gemeinsamkeit des Auftritts erwachse in der Region Glaubwürdigkeit auf Sicherheitsgarantien für einen lebensfähigen palästinensischen Staat und die Sicherheit Israels. Syrien bezeichnete der Ausschussvorsitzende als ein Schlüsselland, das mit wesentlichen ökonomischen Vorteilen für eine Lösung gewonnen werden sollte.

 Dressler warnte auf dem Nahost-Symposion eindringlich davor, Zeit zu verlieren. Er wies in diesem Zusammenhang auf die demografische Entwicklung im Nahen Osten und in Israel hin. In naher Zukunft sei die Mehrzahl der Bewohner palästinensischer Herkunft. Wenn, so Dressler, dies nicht dazu führen solle, dass in Israel eine Minderheit die Mehrheit beherrsche, so müsse bald ein palästinensischer Staat geschaffen werden - „und zwar ein lebensfähiger“. Ansonsten könne eine Apardheits-Politik wie im früheren Südafrika die Folge sein. Voraussetzung für alle Lösungswege sei aber, dass die Existenz und die Sicherheit Israels von allen Seiten garantiert und akzeptiert werde. Ruprecht Polenz, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, unterstrich auf der Tagung, dass die israelische Siedlungspolitik „unter keinen Umständen“ hilfreich sei. Die Internationale Gemeinschaft müsse deutlich machen, dass der Siedlungsausbau auch ohne Gegenleistung der Palästinenser aufhören müsse.

Für die Nahost-Initiative warb der frühere EKD-Ratsvorsitzende Manfred Kock für „nüchterne, pragmatische Lösungen“. Dabei komme man an einer kritischen Betrachtung des Religiösen nicht vorbei. Der Staat als politische Realität dürfe nicht religiös überhöht werden. Als Vertreter der Nahost-Initiative sprach sich Kock für einen „nüchternen Ausgleich“ der Interessen aus und forderte einen vereinten Druck des Nahost-Quartetts, um den Frieden in der Region zu sichern. Zugleich wies er darauf hin, dass man das Nahost-Problem nicht betrachten könne, ohne auch die Politik Israels kritisch zu betrachten. Dabei mahnte er zugleich Sachlichkeit und Sachgerechtigkeit an. Die Situation Israels in einer politischen Krisenregion und seine Bedrohung durch den Terrorismus müssten besonders berücksichtigt werden. Zugleich warnte er Kritiker davor, durch eine falsche Terminologie dem Antisemitismus neue Nahrung zu geben.

Offizielle Eröffnung der DINO-Geschäftsstelle

Münster, 17. Januar 2007 - An diesem Tag wurde die im Herbst vergangenen Jahres in Münster gegründete Deutsche Initiative für den Nahen Osten (DINO) ihre Geschäftsstelle in der Stadt des Westfälischen Friedens eröffnet. Dank der Unterstützung der Deutschen Telekom ist damit eine solide Grundlage für Arbeit der Initiative in Münster geschaffen worden. Gleichzeitig wurde die Homepage freigeschaltet, die ebenfalls mit Unterstützung der Deutschen Telekom erstellt worden ist.

DINO-Mitglied Mitri Raheb erhält Friedenspreis

Münster, 12.November 2006 – Die Auszeichnung ihres Gründungsmitglieds Mitri Raheb mit dem internationalen Friedenspreis des Zentralinstitut Islam-Archiv ist nach Auffassung der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) eine großartige Würdigung der eindrucksvollen Arbeit des Pfarrers der Bethlehemer Weihnachtskirche. Die im September in Münster gegründete Initiative  sieht in der Ehrung ihres Mitglieds auch einen Ansporn für ihre weitere eigene Arbeit. In der Laudatio unterstrich DINO-Sprecher Manfred Erdenberger, dass das Eintreten Rahebs für Verständigung, Toleranz und Frieden im Nahen Osten genau mit den Zielen der Initiative übereinstimme. Erdenberger bekräftigte, dass die Initiative Mitri Raheb bei seiner schwierigen Arbeit in Bethlehem weiter fördern werde.  Das mutige Eintreten des palästinensischen Theologen für den Dialog zwischen Christen, Juden und Moslems unter oft schwierigsten Bedingungen sei jede Unterstützung wert. 

Zur Laudatio

Initiative für Nahen Osten in Münster gegründet

Westfälischer Frieden Vorbild für Initiative "Gerechte Wege zum Frieden“

Münster, 1. September 2006 - Die Prämissen des Westfälischen Friedens von 1648 hat sich die neu gegründete "Deutsche Initiative für den Nahen Osten" (DINO), zum Vorbild für ihr Engagement genommen, Wege und Vorstöße zu einem gerechten Frieden im Nahen Osten zu unterstützen. Wie der Sprecher der Initiative, der frühere WDR-Chefredakteur Manfred Erdenberger, in Münster erläuterte, will die überparteiliche und interreligiöse Initiative mit einem Netzwerk von engagierten Menschen aus allen Bereichen den Versuch unternehmen, durch Aufklärungsarbeit das Verständnis für die komplizierten Zusammenhänge im Nahen Osten zu fördern sowie Vorbehalte und Intoleranz gegenüber allen Konfliktparteien abbauen.

Es sollen Informationen gesammelt, weitergegeben und Partner motiviert werden sich aktiv zu beteiligen. Mindestens einmal im Jahr sowie bei aktuellen Anlässen wird die Initiative die Situation im Nahen Osten öffentlich rekapitulieren und auf Möglichkeiten zu Fortschritten hinweisen.

Ziel sei es, die drei Kernforderungen des Westfälischen Friedens "Friede ist das höchste Gut“, "Befleißigt Euch der Gerechtigkeit, die Ihr auf Erden richtet" und "Man höre beide Parteien“  auch im Nahen Osten Gehör zu verschaffen.  Deutschland kommt nach Auffassung der Initiative eine besondere Verantwortung zu. Deshalb bedürften die Menschen dieser krisengeschüttelten Region mehr denn je und angesichts der aktuellen Entwicklungen Unterstützung über die tagespolitischen Aspekte hinaus.
Mitglieder der Initiative, die ihren Sitz in Münster nehmen wird, sind

Manfred Erdenberger, Sprecher der Initiative, früherer WDR-Chefredakteur
Prof. Dr. Rita Süssmuth, ehemalige Bundestagspräsidentin,
Avi Primor, langjähriger Botschafter Israels in Deutschland,
Seine Seligkeit Gregorius III., Griechisch-Katholischer Patriarch von Antiochien und den ganzen Orient, von Alexandrien und von Jerusalem,
Manfred Kock, früherer Ratsvorsitzende der EKD in Deutschland,
Dr. Mitri Raheb, Bethlehemer Pfarrer der Ev.-Luth. Weihnachtskirche und Direktor des Internationalen Begegnungszentrums,
Msgr. Martin Hülskamp, Bischöflicher Offizial, Bistum Münster,
Jürgen Bremer, Geschäftsführer der Initiative und Kommunikationschef
des Fernsehsenders PHOENIX,
Rudolf Dressler, langjähriger Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Israel,
Dr. Klaus Kinkel, langjähriger Außenminister und Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland, Vorsitzender der Stiftung Deutsche Telekom.